Laut internationalen Organisationen leiden mehr als 250 Millionen Menschen auf der Welt an Hunger, teilweise in dramatischem Ausmaß. Die Zahl der Betroffenen steigt rasant aufgrund von Kriegen, Wirtschafts- und Klimakrisen.

Alarmierende Zahlen

Laut einer Analyse internationaler Organisationen waren im vorigen Jahr 258 Millionen Erwachsene und Kinder weltweit von akutem Hunger oder gar humanitären Hungersnöten betroffen. Dies sind rund 65 Millionen Menschen mehr als noch 2021 (193 Millionen) und fast doppelt so viele wie im Vor-Pandemie-Jahr 2019 (135 Millionen). Die Europäische Union, die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) sowie das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen haben die alarmierenden Zahlen am Mittwoch bekanntgegeben.

Reaktion der Organisationen

Die drei Organisationen hatten 2016 das globale Netzwerk gegen Nahrungsmittelkrisen (GNAFC) gegründet. UN-Generalsekretär António Guterres schrieb im Vorwort des Berichts: „Mehr als eine Viertelmilliarde Menschen ist heute mit akutem Hunger konfrontiert, einige sind kurz vor dem Verhungern. Das ist unverzeihlich.“ Rein Paulsen, der FAO-Direktor für Notfälle und Widerstandsfähigkeit, erkannte „ein sehr besorgniserregendes Bild“.

Hunger-Notlagen und Ernährungskrisen

Hunger-Notlagen und Ernährungskrisen werden mit einer fünfstufigen, sogenannten IPC-Skala gemessen – das GNAFC ordnete eine gute Viertelmilliarde Menschen in den Stufen 3 bis 5 ein. Akuter Hunger ist Stufe 3. Von Humanitären Notfällen (Stufe 4) waren 2022 laut des Reports rund 35 Millionen Menschen betroffen, darunter in der Demokratischen Republik Kongo, Afghanistan, Nigeria und dem Jemen. Bei etwa 376.000 Menschen sprechen die Experten von einer Hungersnot, der höchsten IPC-Stufe 5.

Auswirkungen auf Kinder

Mehr als 35 Millionen Kinder unter fünf Jahren in den betroffenen Ländern wurden teils sehr schwere körperliche Folgen festgestellt.

Ursachen für Ernährungskrisen

Die Hauptgründe für die vielen Ernährungskrisen auf der Welt sind Kriege, Wirtschafts- und Klimakrisen.

Dass der Bericht für 2022 auf insgesamt 258 Millionen Hungerleidende in den Stufen 3 bis 5 kommt, liegt auch daran, dass fünf Länder mehr analysiert wurden als noch im Jahr zuvor. Allerdings stieg der Anteil der Hungernden auch prozentual an: Litten 2021 noch 21,3 Prozent der Bevölkerung in den Krisenländern mindestens an akutem Hunger, so waren es im vorigen Jahr schon 22,7 Prozent.

Die reale Zahl der Betroffenen von Hungersnöten ist noch höher, da für den Bericht aus Äthiopien keine verwertbaren Daten übermittelt wurden. Schätzungen zufolge litten dort Ende 2021 mehr als 400.000 Menschen an einer Hungersnot.

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