Bayerns Verkehrsminister fordert mehr Geld für barrierefreie Bahnhöfe auf dem Land

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter hat am Donnerstag in München vom Bund mehr Geld gefordert, um vor allem kleine Bahnhöfe auf dem Land barrierefrei auszubauen. Das letzte Sonderprogramm für kleine Bahnhalte sei im Jahr 2021 ausgelaufen und bisher habe die Bundesregierung kein Nachfolgeprogramm in Aussicht gestellt. Bernreiter kritisierte, dass die Bundesregierung bei diesem wichtigen Thema im Tiefschlaf sei.

Barrierefreier Ausbau für kleine Bahnhöfe kaum in Aussicht

Besonders für Bahnhöfe, an denen an Werktagen im Schnitt weniger als 1000 Menschen ein- und aussteigen, gebe es derzeit kaum Perspektiven für einen barrierefreien Ausbau, sagte Bernreiter. „Und auch die anderen noch laufenden Sonderprogramme für den barrierefreien Ausbau sind alle samt und sonders von der Vorgängerregierung ins Leben gerufen worden.“ Der Freistaat und die bayerischen Kommunen fühlten sich bei dem Thema vom Bund im Stich gelassen.

Knapp die Hälfte der Bahnhöfe in Bayern barrierefrei erreichbar

Derzeit sind knapp die Hälfte der 1066 Bahnhöfe und Haltepunkte in Bayern barrierefrei erreichbar, darunter viele Knotenpunkte mit zahlreichen Fahrgästen. Rund 80 Prozent der Bahnreisenden in Bayern erreichen die Bahnhöfe deshalb schon ohne Erschwernis. Im ländlichen Raum treffen Fahrgäste dagegen oft auf Hindernisse. Die damalige Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, hatte im Januar kritisiert, der Ausbau der Bahnhöfe und Haltepunkte sei „insgesamt in Bayern sehr spät in Angriff genommen worden“ und gehe „nur schleppend voran“.

Bund für Finanzierung verantwortlich

Die Deutsche Bahn ist für alle Bahnhöfe in Deutschland zuständig, deshalb ist nach Angaben des bayerischen Verkehrsministeriums auch der Bund für die Finanzierung verantwortlich. Bayern gab demnach im vergangenen Jahr 16 Millionen Euro dazu, um den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe und Haltepunkte zu unterstützen.

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