Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken e.V. (BDPK) fordert in Bezug auf die geplante Krankenhausreform mehr Anreize und Freiräume für bessere Behandlungsqualität und Effizienz. Die privaten Klinikträger sind der Ansicht, dass eine wirksamere und nachhaltigere Modernisierung der Gesundheitsversorgung durch Innovationen und nicht durch bürokratische Beschränkungen und kleinteilige Reglementierungen erreicht werden kann.
Bundeskongress des BDPK
Die Vertreter der rund 1.300 deutschen Krankenhäuser und Reha-/Vorsorgeeinrichtungen in privater Trägerschaft, die im BDPK organisiert sind, sprachen sich auf ihrem Bundeskongress in München gegen eine wettbewerbsfeindliche Grundhaltung in der Gesundheitspolitik aus. Sie betonten, dass die Wahlfreiheit zwischen mehreren Anbietern ein wichtiger Wert der Gesundheitsversorgung sei, da der Wettbewerb die Kliniken permanent antreibe, besser zu werden und Innovationen fördere.
Reform an Spezialisierung und Qualität ausrichten
Die Klinikvertreter waren sich einig, dass die Reform sich nicht an der Größe und der Zahl der Fachabteilungen der Krankenhäuser orientieren dürfe, sondern vielmehr an ihrer Spezialisierung und der Qualität der Behandlungsprozesse. BDPK-Vizepräsident Thomas Lemke appellierte an den Gesetzgeber, die Gesundheitsversorgung nicht weiter mit negativen Restriktionen regulieren zu wollen, sondern stattdessen ein positives Anreizsystem zu schaffen.
Notwendigkeit von Strukturänderungen
BDPK-Vorstandsmitglied Kai Hankeln ist überzeugt, dass alle Beteiligten akzeptieren müssen, dass Produktivität und Effizienz wichtig sind. Er fordert landkreisbasierte Strukturänderungen und die Umwandlung kleinerer Kliniken in ambulante Zentren. BDPK-Vorstandsmitglied Dr. York Dhein richtete einen Appell an die Politik und betonte, dass auch die Reha-Einrichtungen in die Diskussion um die Krankenhausreform einbezogen werden müssten.
Zusagen von Bundesgesundheitsminister Lauterbach
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach versprach den Kongressteilnehmern in einer Videobotschaft, dass die Kliniken in Zukunft besser abgesichert werden und keine aufgrund von Insolvenz vom Netz gehen werde. Ähnlich äußerte sich auch Prof. Dr. Tom Bschor, Leiter der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung, in der Podiumsdiskussion.