Vierte Tag in Folge: Raketenbeschuss und Gegenangriffe
Trotz Bemühungen um einen Waffenstillstand dauert die Gewalt im Nahen Osten am Freitag bereits den vierten Tag in Folge an. Augenzeugen und palästinensische Sicherheitskreise berichten erneut von Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen in Richtung Israel. Als Reaktion darauf hat Israel Stellungen der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad beschossen. Ägypten versucht zu vermitteln.
Israelische Armee und Raketenschutzschirm „Iron Dome“
Seit Dienstag wurden insgesamt 866 Raketen aus dem Gazastreifen auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert, davon wurden 260 durch den Raketenschutzschirm „Iron Dome“ abgefangen. Ein Viertel der Raketen landete auf dem Gebiet des Gazastreifens selbst. Die israelische Armee hat 170 Ziele des Islamischen Dschihad „präventiv“ angegriffen.
Mehr als 30 Tote seit Beginn der Auseinandersetzungen
Seit Dienstag wurden bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen mehr als 30 Menschen getötet, darunter auch Kinder. Der Islamische Dschihad, eine militante Gruppe mit Verbindungen zum Iran, nutzt das Gebiet regelmäßig für Raketenangriffe auf Israel.
Verhandlungsbemühungen Ägyptens um eine Waffenruhe
Am Freitag gab es aus Verhandlungskreisen Hinweise auf erste Erfolge bei den Vermittlungsbemühungen Ägyptens um eine Waffenruhe zwischen den Konfliktparteien. Mohammed al-Hindi, Leiter der politischen Abteilung des Islamischen Dschihad, äußerte die Hoffnung, dass die Gespräche über einen Waffenstillstand „heute abgeschlossen werden“. Kairo gilt traditionell als Vermittler im Nahostkonflikt.
Größte innenpolitische Krise in Israel seit Jahrzehnten
Die Eskalation erfolgt vor dem Hintergrund der größten innenpolitischen Krise in Israel seit Jahrzehnten. Diese wurde von den heftig umstrittenen Plänen der rechtsreligiösen Regierung zum Umbau der Justiz ausgelöst. Die Pläne zielen darauf ab, die Gewaltenteilung in Israel zugunsten des Parlaments einzuschränken. Die Opposition kritisiert diese Pläne scharf.