Explosion in Hochhaus in Ratingen

In einem Hochhaus in Ratingen kam es am Donnerstag zu einer Explosion, bei der 33 Menschen verletzt wurden. Die Ermittler gehen von einer vorsätzlichen Tat aus und haben einen 57-jährigen Tatverdächtigen festgenommen.

Brennende Flüssigkeit auf Einsatzkräfte geschleudert

Der Tatverdächtige soll den Einsatzkräften vor seiner Wohnung eine brennende Flüssigkeit entgegengeschleudert haben. Dabei wurden insgesamt 33 Menschen verletzt, darunter auch zwei lebensgefährlich verletzte Polizeibeamte sowie vier schwer- und drei lebensgefährlich verletzte Feuerwehrleute. Zudem wurden 22 SEK-Beamte leicht verletzt, bei den meisten davon bestand ein Verdacht auf Rauchgasvergiftung. Auch ein Hausmeister und der Tatverdächtige selbst wurden leicht verletzt.

Gezielter Angriff mit Benzin und ätzender Flüssigkeit

Die auf die Einsatzkräfte geworfene Flüssigkeit soll Benzin gewesen sein, es bestehe jedoch auch der Verdacht, dass eine ätzende Flüssigkeit oder Gase zum Einsatz kamen. Die Einsatzleiterin Heike Schultz spricht von einem „gezielten Angriff“, der „seit mindestens mehreren Tagen durchdacht“ worden war. Das Motiv des Angriffs ist den Ermittlern zufolge noch nicht abschließend geklärt.

Haftbefehl und Hinweise auf Corona-Leugnung

Den Angaben zufolge sollte gegen den 57-jährigen Tatverdächtigen in der vergangenen Woche ein Haftbefehl wegen nicht gezahlter Bußgelder vollstreckt werden. Es habe niemand die Wohnung geöffnet. Der Haftbefehl sei aber nicht Anlass für den Einsatz am Donnerstag gewesen. Es gebe zudem Hinweise, dass der Mann ein Corona-Leugner sei, sagte der Landrat von Mettmann, Thomas Hendele (CDU). Ob darin ein Motiv zu suchen sei, werde ebenfalls ermittelt.

Tatverdächtiger soll in Untersuchungshaft

Der Tatverdächtige wurde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Bislang habe er sich nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Mordes in neun tateinheitlichen Fällen. Staatsanwältin Laura Neumann sagte, derzeit gelte der Tatverdächtige als schuldfähig, es solle aber noch ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden.

Bundesinnenministerin zeigt sich fassungslos und wütend

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte, der Angriff gegen die Einsatzkräfte mache sie „fassungslos und wütend“.

Ermittlungen dauern an

Das Motiv des Angriffs und weitere Hintergründe sind noch Gegenstand der Ermittlungen. Der Tatverdächtige lebte demnach eher zurückgezogen in der Wohnung. Bei der am Donnerstag dort aufgefundenen Leiche handelte es sich vermutlich um seine 1932 geborene Mutter.

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