Die Imkerschaft in Deutschland wächst und immer mehr Frauen entdecken ihre Leidenschaft für das naturnahe Hobby. Doch die Bienenhaltung ist kein Selbstläufer. Imkerin Lilian Hurth aus Wiesbaden erzählt von einem seltenen Schauspiel am Bienenstock, als ein Teil der Bienen ausgeschwärmt ist und sie die junge Königin vorsichtig einfangen musste. Nun beobachtet sie von einer Holzbank aus das emsige Treiben rund um die Bienenkisten.
Verjüngung und weiblicher Anteil
Der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Torsten Ellmann, berichtet zum Weltbienentag am 20. Mai, dass die Imkerschaft in Deutschland jünger und weiblicher geworden ist. Der Frauenanteil liegt bei gut 22 Prozent und Frauen sind oft erfolgreicher in der Imkerei. Ellmann kann nur spekulieren, aber es könnte daran liegen, dass Frauen sich genauer an Konzepte halten und kreativer bei der Honigvermarktung sind. Der Deutsche Imkerbund verzeichnet seit mehr als zehn Jahren einen Zuwachs an Imkerinnen und Imkern, jedoch hat sich die Kurve in den Jahren 2021 und 2022 etwas abgeschwächt, möglicherweise aufgrund ausgefallener Imkerkurse in der Corona-Pandemie.
Vielfältige Motivation
Die Altersstruktur bei den Neueinsteigern ist vielfältig und es gibt unterschiedliche Motivationen. Einige haben es früher gerne mit den Großeltern gemacht, andere möchten etwas zum Erhalt der Natur beitragen oder sich selbst mit Honig versorgen. Manche suchen nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung. Das Durchschnittsalter der Imkerinnen und Imker liegt bei rund 54 Jahren.
Die Imkerei ist für jeden möglich, der sich mit der Bienenhaltung auseinandergesetzt hat und die Liebe zu den Bienen entdeckt hat. Mit diesem Hobby bekommt man ein Gespür für die Natur, wie es auch Lilian Hurth aus Wiesbaden empfindet.
