Besuch von Wolodymyr Selenskyj in Deutschland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist erstmals seit dem russischen Angriff auf sein Land zu politischen Gesprächen nach Deutschland gereist. Das genaue Programm des Besuchs wurde aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Es gab jedoch Spekulationen, dass Selenskyj von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Olaf Scholz (SPD) empfangen wurde.

Am Sonntagnachmittag fand in Aachen die Verleihung des Karlspreises für europäische Verdienste statt, der Selenskyj und dem ukrainischen Volk im Dezember zugesprochen worden war. In der Begründung wurde die Rolle Selenskyjs bei der Abwehr des russischen Angriffskriegs hervorgehoben.

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann sagte der Deutschen Presse-Agentur, Europa wolle mit der Auszeichnung ein Zeichen setzen: „Wir stehen an der Seite der Ukrainerinnen und Ukrainer.“

Luftalarm in der Ukraine

Am frühen Sonntagmorgen wurde in der Ukraine ein landesweiter Luftalarm ausgelöst. Verantwortlich dafür sollen örtlichen Medienberichten zufolge Raketenstarts von mehreren strategischen Bombern der russischen Luftwaffe aus dem Bereich des Kaspischen Meeres gewesen sein. Informationen aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

ESC-Teilnehmer angegriffen

Während des Eurovision Song Contests (ESC) wurde am Samstagabend die Heimatstadt der ukrainischen ESC-Teilnehmer Tvorchi von Russland angegriffen. Kurz vor dem Auftritt des Duos in Liverpool erschütterten Explosionen russischer Raketen die Stadt Ternopil in der Westukraine. Über Schäden und Opfer war zunächst nichts bekannt.

Starkes Paket für die Ukraine

„Bereits in Berlin“, twitterte Selenskyj am frühen Sonntagmorgen. „Waffen. Starkes Paket. Luftverteidigung, Wiederaufbau. EU. Nato. Sicherheit.“, fügte er hinzu – Stichworte für die möglichen Gesprächsthemen in Berlin. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach von einem „starken Signal in Zeiten des Krieges“. „Mit Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in Aachen ein entschlossener Kämpfer für die Werte des freien Europas gewürdigt.“

Preisträger des Karlspreises

Der Karlspreis für europäische Verdienste wurde bereits an viele bedeutende Persönlichkeiten verliehen, darunter Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Papst Franziskus. Der Preis ist nicht dotiert.

Besuch in Rom

Am Samstag hatte Selenskyj in Rom Staatspräsident Sergio Mattarella besucht.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in der Ukraine weiterentwickelt und welche Ergebnisse die politischen Gespräche in Deutschland bringen werden.

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