Bremen wird traditionell von den Sozialdemokraten regiert. Doch bei der Wahl am Sonntagabend gab es einige Überraschungen. Die SPD hat die Wahl im Land Bremen mit großem Abstand gewonnen und liegt laut Prognosen von ARD und ZDF deutlich vor der CDU. Die mitregierenden Grünen landeten den Prognosen zufolge auf Platz drei, jedoch mit deutlichen Verlusten. Dahinter folgten der dritte Koalitionspartner Linke und die rechtspopulistische Wählervereinigung Bürger in Wut (BiW), die stark zulegte. Die FDP muss um den Wiedereinzug in das Landesparlament, die Bremische Bürgerschaft, bangen, während die AfD nicht zur Wahl zugelassen war.
Andreas Bovenschulte könnte rot-grün-rote Koalition fortsetzen
Andreas Bovenschulte, der Bürgermeister von Bremen, könnte seine bisherige rot-grün-rote Koalition fortsetzen. Er kündigte jedoch an, nicht nur mit Grünen und Linken über ein mögliches Bündnis zu sprechen, sondern auch mit der CDU. Bovenschulte sprach von einem „grandiosen Ergebnis“ für seine Partei, die seit fast 80 Jahren den Bürgermeister stellt.
Prognosen und Ergebnisse der Parteien
Die Sozialdemokraten lagen laut Prognosen mit 29,5 bis 30 Prozent vorn und konnten ihr historisch schlechtes Ergebnis von 2019 (24,9 Prozent) deutlich verbessern. Die CDU mit Spitzenkandidat Frank Imhoff lag bei 24,5 bis 25,5 Prozent (2019: 26,7). Die Grünen rutschten deutlich ab auf 12 bis 12,5 Prozent (17,4). Die Linke erreichte mit 10,5 bis 11 Prozent in etwa das gleiche Ergebnis wie 2019 (11,3). Die Bürger in Wut legten stark zu auf 10,5 Prozent (2,4). Die FDP nimmt mit 5 bis 5,5 Prozent nur knapp die Fünf-Prozent-Hürde (5,9).
Sitzverteilung in der Bürgerschaft
Die SPD erhält laut den Prognosen 27 bis 28 Sitze in der Bürgerschaft. Die CDU kommt auf 23 bis 24 Sitze, die Grünen kommen auf 11 bis 12. Die Linke bekommt 9 bis 10 Mandate, die FDP 5 und die BiW 10.
Reaktionen der Parteien
SPD-Bundeschef Lars Klingbeil sagte, der Sieg gebe „Rückenwind auch für uns hier in Berlin“. Zur Koalitionsfrage sagte er: „Die brauchen keine Ratschläge von der Bundesebene.“ Grünen-Spitzenkandidatin Maike Schaefer sprach von einem bitteren Ergebnis, das Konsequenzen haben werde. Die Regierungskoalition wolle man aber fortsetzen. Grünen-Chef Omid Nouripour räumte ein, es habe „sicher keinen Rückenwind“ von den Grünen im Bund gegeben.
Die Wahlbeteiligung wurde mit 57 Prozent von beiden Sendern angegeben – weniger als 2019 mit 64,1 Prozent.
