Die Freiburger „Tatort“-Ermittler Tobler und Berg untersuchen den Mord an einem Jugendlichen und tauchen dabei in die Welt der Jugendlichen ein. Diese haben sich von der Lebenswirklichkeit ihrer Eltern entfernt und sind halb Weltverbesserer, halb Turbokapitalisten. Die Kommissare ermitteln im Umfeld des Mordopfers und stoßen auf seine Freunde Benno und Zoe, die in einer scheinbar glücklichen Patchworkfamilie leben. Doch durch den Mord kommen immer mehr Dinge ans Licht, die die Kinder vor ihren Eltern verheimlicht haben. Im Laufe ihrer Ermittlungen entblättern Tobler und Berg das Drama einer Familie im Zerfall.

Generationenkluft und digitale Medien

Die Tatort-Folge zeigt, dass Eltern oft nicht wissen, was ihre Kinder treiben und was sie wirklich bewegt. Die Jugendlichen in dieser Folge sind einerseits getrieben von einer großen Sorge um die Zukunft des Planeten, andererseits sind sie den neuen Spielarten des digitalen Kapitalismus gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Macher des Tatorts haben mit der sich durch die digitalen Medien verschärfenden Kluft ein zu wenig beachtetes Thema aufgegriffen und ästhetisch ansprechend umgesetzt. Splitscreens zeigen das Leben der Kinder und Eltern immer wieder parallel.

Geheimnisse und Klischees

Es wird klar, dass nicht nur die Jugendlichen Geheimnisse haben, sondern auch die Erwachsenen. Allerdings werden die Jugendlichen in ihren Sorgen (Klimakatastrophe) und Interessen (Youtube, Kryptowährung) doch recht eindimensional und klischeehaft dargestellt. Etwas mehr charakterliche Differenzierung hätte der Folge gutgetan.

Zentrale Motive und Privatleben der Ermittler

Die zentralen Motive dieser Folge finden sich auch im Privatleben der beiden Ermittler wieder. Franziska Tobler bekommt Besuch von ihrer Nichte, die von zu Hause weggelaufen ist, weil sie lieber gefährliche Abenteuer erlebt.

Insgesamt haben die Macher des Tatorts ein wichtiges Thema aufgegriffen und ästhetisch ansprechend umgesetzt. Die Folge zeigt, dass die Generationenkluft in jeder Generation auf eine andere Weise zum Ausdruck kommt und dass auch Erwachsene oft Geheimnisse haben.

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