Am 15. Mai 2023 fand in der Türkei die Präsidentschaftswahl statt, bei der der amtierende Präsident Recep Tayyip Erdogan erstmals einer Stichwahl gegenübersteht. Die Opposition hatte gehofft, Erdogan nach 20 Jahren ablösen zu können, doch dieser konnte sich behaupten und erhielt die meisten Stimmen.
Opposition hatte Schwierigkeiten, sich zu einigen
Die Opposition hatte Schwierigkeiten, sich zu einigen und einen gemeinsamen Gegenkandidaten zu finden. Die Umfragen vor der Wahl sahen Herausforderer Kemal Kiliçdaroglu vorne, doch Erdogan konnte sich durchsetzen. Die Wahlmanipulationen allein können seinen relativen Erfolg nicht erklären.
Erdogan hat politische Gegner mundtot gemacht
Erdogan hat politische Gegner mundtot gemacht und zu Hunderten ins Gefängnis werfen lassen. Er will die Oppositionspartei HDP gerichtlich verbieten lassen und geriert sich als eine Art Sultan, der allein wisse, was für sein Volk richtig sei. Doch trotz dieser Machtposition ist Erdogan bei vielen Türken beliebt, insbesondere im Ausland.
Erdogans Politikstil gefällt vielen
Erdogans brachialer, maskuliner Politikstil des Machers gefällt vielen. Die Türkei hat Gewicht auf der Weltbühne und lässt sich nicht auf der Nase herumtanzen. Dass die Regierung den Opfern des verheerenden Erdbebens erst mit großer Verspätung oder gar nicht zu Hilfe kam, scheint bei vielen Wählern schon wieder vergessen.
Stichwahl in zwei Wochen
Die Stichwahl in zwei Wochen wird spannend: Wird es Kiliçdaroglu gelingen, die Wähler des drittplatzierten Kandidaten auf seine Seite zu ziehen? Die Chancen dafür sind nicht allzu groß, steht dieser Erdogan doch politisch näher. Und falls er doch gewinnen sollte: Die Mehrheitsverhältnisse im Parlament würden es einem Präsidenten Kiliçdaroglu sehr schwer machen, die Vorhaben umzusetzen, die sich das Oppositionsbündnis vorgenommen hat.
Quelle: nd.DerTag / nd.DieWoche
