Die Polizei in Niedersachsen hat im Jahr 2022 eine deutliche Abnahme der politisch motivierten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Dennoch bleibt die Zahl hoch. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 4768 Taten registriert, im Vorjahr waren es noch 5371. Das gab Innenministerin Daniela Behrens am Montag in Hannover bekannt.
Rückgang im Vergleich zu Vorjahren
Laut Behrens bedeutet der Rückgang der politisch motivierten Straftaten immer noch den zweithöchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Die SPD-Politikerin betonte jedoch, dass es in der Gesellschaft eine gewisse Unruhe gebe, die sich in einem aufgeheizten öffentlichen Diskurs und im schlimmsten Fall auch in politisch motivierten Straftaten äußere.
Corona-Pandemie als Auslöser
Mehr als ein Drittel der Taten – insgesamt 1766 – hingen im vergangenen Jahr mit den Nachwirkungen der Corona-Pandemie, Straftaten im Zusammenhang mit der Landtagswahl und dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine zusammen.
Bundesweiter Anstieg
Im Vergleich dazu stieg die Fallzahl rund um politisch motivierte Kriminalität bundesweit im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge. Laut den in der vergangenen Woche veröffentlichten Zahlen des Bundeskriminalamts stieg die Anzahl um rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 58.916 Straftaten, was einen Rekord darstellt.
