Erster ehemaliger VW-Vorstand gesteht Betrugsvorwürfe

Rupert Stadler, der ehemalige Audi-Chef, hat im Betrugsprozess um manipulierte Abgaswerte bei Dieselautos ein Geständnis abgelegt. Damit ist er der erste ehemalige VW-Vorstand, der Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Dieselskandal einräumt.

Bewährungsstrafe für Stadler wahrscheinlich

Nach seinem Geständnis kann Stadler auf eine Bewährungsstrafe hoffen. Die Wirtschaftsstrafkammer hatte ihm bei einem umfassenden Geständnis und einer Zahlung von 1,1 Millionen Euro eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat dieser Absprache bereits zugestimmt.

Stadler bedauert Fehlverhalten

Stadler hat in einer von seiner Verteidigerin verlesenen Erklärung Fehlverhalten eingeräumt. Er hätte die Möglichkeit gehabt, einzugreifen, dies aber unterlassen. Er bedauere dies sehr und sehe ein „Mehr an Sorgfalt“ als notwendig an.

Prozess könnte bald zum Abschluss kommen

Der Prozess gegen Stadler läuft seit September 2020 und könnte nach seinem Geständnis bald zum Abschluss kommen, voraussichtlich im Juni. Der ebenfalls angeklagte ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung, Wolfgang Hatz, und zwei seiner leitenden Ingenieure haben bereits gestanden, dass sie die Ausgestaltung der Motor-Software veranlasst hatten. Auch sie können nach Zusagen des Gerichts mit Bewährung rechnen. Das Verfahren gegen den anderen Ingenieur wurde bereits gegen eine Geldauflage eingestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert