Einleitung

Ein Extremismusforscher warnt davor, dass das Vorgehen der Ermittler gegen die Klimaschutzgruppe Letzte Generation zu einer Radikalisierung führen könnte. Der Forscher Matthias Quent sieht die Gefahr, dass Abschreckungseffekte, die durch das Exempel statuiert werden sollen, nach hinten losgehen könnten.

Die Razzia gegen Letzte Generation

Die Klimaschutzgruppe Letzte Generation wurde am Mittwoch Ziel einer großangelegten Razzia. Beamte durchsuchten 15 Wohnungen und Geschäftsräume in sieben Bundesländern. Der Vorwurf lautet auf Bildung beziehungsweise Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Sieben Beschuldigte im Alter zwischen 22 und 38 Jahren werden ermittelt, fünf von ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, zweien die Unterstützung.

Warnung vor Radikalisierung

Matthias Quent, Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena und Professor für Soziologie für die Soziale Arbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal, betonte, dass das Vorgehen der Ermittler zu einer Radikalisierung führen könnte. Menschen, die sich für Klimaschutz einsetzen, könnten sich vom Staat nicht unterstützt, sondern im Stich gelassen fühlen. Einzelne könnten sich radikalisieren, wenn sie sich nicht unterstützt fühlen.

Keine Hinweise auf Radikalisierung bei Letzte Generation

Quent sieht bisher keine Hinweise auf eine Radikalisierung bei der Letzten Generation. Die Aktivisten bleiben ruhig, auch wenn sie angegriffen werden. Die Strategie der Gruppe sei nicht, durch Gewalt einen Schaden zu verursachen, sondern es gehe immer um den öffentlichen Effekt. Das Mittel der Aktivisten sei nicht die Beschädigung, sondern die Provokation und die Irritation.

Reformistische Forderungen, keine revolutionären

Die Letzte Generation zeichnet sich bislang immer dadurch aus, dass die Aktivisten ihr Gesicht zeigen, reformistische Forderungen stellen und keine revolutionären. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass solche Dinge kippen, weil das letzte Vertrauen, das vielleicht noch in Demokratie und Rechtsstaat da ist, bei einigen verloren geht.

Keine Steigerung der Aktionen erkennbar

Quent verwies auch darauf, dass keine Steigerung der Aktionen erkennbar sei. Die Frage, ob die Aktionen der Gruppe dem Klimaschutz dienen, könne er nicht beantworten. Das müsse sich zeigen.

Fazit

Die Warnung des Extremismusforschers Matthias Quent vor einer möglichen Radikalisierung von Klimaschutzaktivisten aufgrund des Vorgehens der Ermittler gegen die Klimaschutzgruppe Letzte Generation ist ein wichtiger Hinweis auf die möglichen Folgen von Abschreckungseffekten. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Befürchtungen bewahrheiten werden.

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