Der bekannte deutsche Berg- und Skiführer Luis Stitzinger wurde alleine auf dem dritthöchsten Berg der Welt, dem Kangchendzönga im Himalaya, vermisst. Seit vergangenem Donnerstag fehlte von ihm jede Spur. Nun wurde seine Leiche auf einer Höhe von 8400 Metern gefunden, wie Khimlal Gautam, ein nepalesischer Behördenmitarbeiter, der für die Bergsteigersaison zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mitteilte.
Der Unfallhergang
Laut Mingma Sherpa, dem Chef der Expeditionsfirma Seven Summit Treks, die Stitzingers Expedition organisiert hatte, wurde er ohne künstlichen Sauerstoff unterwegs gefunden. Der erfahrene Bergsteiger und Skifahrer galt als sehr vorsichtig und versiert. Nach 22 Stunden in großer Höhe, ohne Flaschensauerstoff und mit eigenem Gepäck, war er vermutlich sehr erschöpft. Über den genauen Unfallhergang kann derzeit nur spekuliert werden.
Stitzingers Karriere
Luis Stitzinger war ein bekannter „Big-Mountain-Skifahrer“ und hatte bereits sieben Achttausender mit seinen Skiern bestiegen. Gemeinsam mit seiner Frau Alix von Melle, die ebenfalls Bergsteigerin ist, veröffentlichte er das Buch „Leidenschaft fürs Leben: Gemeinsam auf die höchsten Berge der Welt“. In der Beschreibung zum Buch heißt es: „Luis war schon als Kind in den Bergen zu Hause; der erfahrene Bergführer und Expeditionsleiter krönt Besteigungen mit spektakulären Skiabfahrten. Oft stellt die Sorge umeinander die Beziehung auf die Probe.“
Reaktionen aus der Bergsteiger-Community
Die in Kathmandu lebende deutsche Bergsteigerin Billi Bierling erzählte am Dienstagabend in der BR-„Abendschau“, dass Stitzinger ein sehr versierter und vorsichtiger Bergsteiger gewesen sei. Sein Tod sei ein großer Verlust für die Bergsteiger-Community.
