Die Bundesbauministerin Klara Geywitz hat eine neue Förderung für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen angekündigt, die den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen möchten. Obwohl die Baubranche derzeit pessimistisch ist, hofft Geywitz auf einen großen Andrang. Doch die Förderung droht an der Lebensrealität vieler Mieter vorbeizugehen.
Einkommensgrenzen und Energieeffizienzhausstandard
Die Förderung richtet sich an Eltern mit einem Kind und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von maximal 60.000 Euro. Für jedes weitere Kind steigt die Grenze um 10.000 Euro an. Über die staatliche Förderbank KfW sollen sie günstige Baukredite erhalten. Doch bei den aktuellen Preisen für Bauland und Baukosten stellt sich die Frage, wer sich mit dieser Einkommensgrenze den Neubau leisten kann.
Zudem wird nur gefördert, wer den Energieeffizienzhausstandard 40 erzielt. Diese Gebäude sind zwar besonders klimafreundlich, aber auch besonders teuer. Die Kosten-Nutzen-Kalkulation ist im Vergleich zur Stufe darüber hochumstritten. Bauministerin Geywitz hält den Standard sogar für überzogen und will die geplante Verschärfung im Jahr 2025 verhindern.
Fördertopf und Wohneigentumsquote
Der Fördertopf umfasst lediglich 350 Millionen Euro, was nach Berechnungen des Pestel-Instituts nur für die Förderung von 2500 Häusern und Wohnungen ausreicht. Das entspricht lediglich 2,5 Prozent des Neubaus des vergangenen Jahres. Wer in Wachstumsregionen wohnt, wird gänzlich leer ausgehen. Deutschland ist bereits jetzt Schlusslicht im EU-Vergleich bei der Wohneigentumsquote.
Insgesamt bleibt abzuwarten, ob die neue Bauförderung den erhofften Erfolg bringen wird. Die Einkommensgrenzen und der Energieeffizienzhausstandard könnten viele potenzielle Interessenten ausschließen. Der Fördertopf ist zudem vergleichsweise klein und wird nicht ausreichen, um die Wohneigentumsquote in Deutschland zu erhöhen.
