Belarussische Demokratin Maria Kolesnikowa seit 1.000 Tagen inhaftiert
Am morgigen Sonntag (4.6.) wird die belarussische Demokratin und Freiheitskämpferin Maria Kolesnikowa seit 1.000 Tagen in einem Straflager inhaftiert sein. Wegen „Gründung einer extremistischen Gruppierung“ und „Verschwörung zum Zwecke der verfassungswidrigen Machtergreifung“ wurde sie im September 2021 zu elf Jahren Haft verurteilt.
Mehr als 1.500 politische Gefangene in Belarus
Mehr als 1.500 Menschen hält die Diktatur in Belarus als politische Gefangene: Nach Willkürprozessen erhielten sie lange Haftstrafen bis zu 18 Jahren und sind besonders brutalen Bedingungen in Gefängnissen und Lagern ausgesetzt. Einige von ihnen, darunter Maria Kolesnikowa, werden komplett isoliert, ihr Leben ist in akuter Gefahr.
Forderung nach internationaler Unterstützung
„Es hat den Anschein, dass es für den belarussischen Machthaber besonders unerträglich ist, dass Frauen ihn herausgefordert haben und dabei die Sympathien der ganzen Welt auf ihrer Seite hatten. Genau deshalb brauchen sie und alle, die sich mit ihrem Leben für Demokratie einsetzen, jetzt die vereinte internationale Unterstützung. Denn es geht um das Leben von Maria Kolesnikowa und ihren Mitgefangenen“, so die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber.
Isolationshaft und mangelnde Versorgung
Isolationshaft in belarussischen Lagern bedeutet mangelnden Zugang zu medizinischer Versorgung und angemessenem Rechtsbeistand. Ende vergangenen Jahres wurde Maria Kolesnikowa bereits ohne genaue Angaben für einige Zeit in ein Krankenhaus verlegt. Inzwischen ist vollkommen unklar, wie es ihr geht, es gibt keinerlei Nachrichten von ihr und anderen Gefangenen.
Besorgnis der EKD
Die EKD verfolgt die Situation in Belarus sehr genau und drückt ihre Besorgnis um Maria Kolesnikowa und alle politischen Gefangenen aus. Die Auslandsbischöfin fordert die Freilassung aller politischen Gefangenen und ruft zu internationaler Solidarität auf.
