Ein grausames Verbrechen
Eine Frau berichtet am 17. Januar 1964 auf einer Polizeiwache in San Francisco del Rincón von ihrer Entführung im Alter von 13 Jahren und der erzwungenen Prostitution. Gemeinsam mit anderen Mädchen wurde sie auf einer abgelegenen Ranch gefangen gehalten. In der Vorwoche waren drei von ihnen gestorben und verscharrt worden. Insgesamt 18 Mädchen und junge Frauen berichten in den folgenden Tagen von ähnlichen Erfahrungen auf der Ranch „San Ángel“ im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato.
Die „Poquianchis“
Die Geschehnisse auf der Ranch waren jedoch nur das letzte Kapitel eines jahrelangen Martyriums. Die Täterinnen waren die Schwestern González Valenzuela, auch bekannt als die „Poquianchis“. Sie betrieben seit den 1940er Jahren ein Netzwerk von Bordellen und Entführungen junger Mädchen und Frauen. Die Opfer wurden zur Prostitution gezwungen oder als Sklaven auf den Feldern arbeiten lassen.
Der Fall wird aufgedeckt
Nachdem die Polizei die Ranch „San Ángel“ entdeckt hatte, wurden die Schwestern González Valenzuela und ihre Komplizen verhaftet. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass sie in den letzten Jahren hunderte von Mädchen und Frauen entführt und ausgebeutet hatten. Der Fall sorgte für großes Aufsehen und führte zu einer Debatte über die Rolle von Frauen in der organisierten Kriminalität.
Das Ende der „Poquianchis“
Die Schwestern González Valenzuela wurden schließlich wegen Mordes, Entführung und Prostitution verurteilt. Eine von ihnen starb im Gefängnis, die andere wurde nach 25 Jahren Haft entlassen und starb kurz darauf an Krebs. Der Fall der „Poquianchis“ gilt bis heute als eines der grausamsten Verbrechen in der mexikanischen Geschichte.
