Einleitung
Die Bewohner der kleinen Allgäuer Gemeinde Schwangau haben in einem Bürgerentscheid für die Nominierung der Ludwig-II.-Königsschlösser als Welterbe gestimmt. Insbesondere ging es um die Bewerbung von Schloss Neuschwanstein, die nun wie geplant Anfang 2024 bei der Unesco in Paris eingereicht werden kann.
Ergebnis des Bürgerentscheids
Laut dem Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) haben rund 56 Prozent der Bürger das Projekt unterstützt. Etwa 44 Prozent der Bürger Schwangaus hatten sich gegen eine Unterstützung des Welterbe-Antrags ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung lag bei 56 Prozent.
Das Projekt „Gebaute Träume“
Das Projekt „Gebaute Träume“ ist bereits seit einigen Jahren als deutscher Welterbe-Vorschlag vorgesehen. Neben Neuschwanstein sollen die beiden anderen weltberühmten Schlösser Herrenchiemsee und Linderhof sowie das weniger bekannte Königshaus am Schachen vorgeschlagen werden. Nach den bisherigen Plänen soll die Unesco Mitte 2025 über den deutschen Antrag entscheiden.
Gründe für den Bürgerentscheid
Der Bürgerentscheid war notwendig, weil für Welterbe-Bewerbungen die Unterstützung der Bevölkerung vor Ort erwartet wird. Ein „Nein“ aus Schwangau hätte daher das Prestigeprojekt der Landesregierung in München ins Wanken gebracht. Im 3500 Einwohner großen Schwangau gibt es jedoch Vorbehalte, weil viele Bürger nicht noch mehr Touristen wollen. Neuschwanstein zieht jedes Jahr bis zu eineinhalb Millionen Besucher an. Andere Kritiker befürchten weitere Beschränkungen aus Denkmalschutzgründen, wenn künftig Neubauten errichtet werden sollten.
Die Bedeutung des Bürgerentscheids
Der Bürgermeister bezeichnete den Bürgerentscheid als „gelebte direkte Demokratie“. Die bayerische Staatsregierung kann nun das Welterbekomitee der Unesco überzeugen, dass die Königsschlösser von Bayerns Märchenkönig Ludwig II. (1845-1886) Denkmäler von Weltrang seien.
Verbrechen in der Nähe von Neuschwanstein
Die Abstimmung wurde von einem Verbrechen überschattet, das sich vor wenigen Tagen in der Nähe von Neuschwanstein ereignet hatte. Ein US-Amerikaner soll zwei junge Frauen attackiert und einen Abhang hinuntergeworfen haben, eine 21-Jährige starb. Ein Sexualdelikt könnte Hintergrund der Tat gewesen sein. Alle drei waren als Touristen ins Allgäu gekommen. Der 30 Jahre alte Verdächtige sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.
Fazit
Die Bewohner von Schwangau haben sich für die Welterbe-Bewerbung von Schloss Neuschwanstein ausgesprochen. Die Entscheidung war notwendig, um das Prestigeprojekt der Landesregierung in München nicht zu gefährden. Nun kann die bayerische Staatsregierung das Welterbekomitee der Unesco überzeugen, dass die Königsschlösser von Bayerns Märchenkönig Ludwig II. Denkmäler von Weltrang seien.
