Der ehemalige US-Präsident Donald Trump, der 2024 erneut für das Weiße Haus kandidiert, hat kürzlich angekündigt, Strafzölle auf Indien zu erheben. Er begründet dies mit den hohen Zöllen, die Indien auf amerikanische Waren erhebt. Mint wirft einen genaueren Blick auf die Situation.
Kritik an Indiens hohen Zöllen
Während eines Interviews mit dem Journalisten Larry Kudlow kritisierte der 77-jährige ehemalige Präsident Indien für seine hohen Zölle, insbesondere auf US-Marken wie Harley-Davidson. Er drohte damit, im Falle seiner Wiederwahl im Jahr 2024 mit Vergeltungszöllen gegen Indien vorzugehen. Trump hat schon lange die hohen Zölle Indiens auf einige amerikanische Produkte kritisiert. Im Jahr 2019 bezeichnete er Indien als „König der Zölle“ und bezeichnete seine Politik als „inakzeptabel“. Seine jüngsten Äußerungen werden mit einigem Interesse verfolgt, da er eine realistische Chance hat, 2024 ins Weiße Haus zurückzukehren.
Handelsspannungen zwischen den USA und Indien
Im Jahr 2018 verhängte die Trump-Regierung Sicherheitszölle auf indische Exporte von Eisen und Stahl in die USA. Laut dem Peterson Institute for International Economics betraf dies damals etwa 2,3% der indischen Exporte in die USA. Im Jahr 2019 wurde Indien aus dem Generalized System of Preferences (GSP) gestrichen, einem Programm, das Entwicklungsländern ermöglichte, verschiedene Waren in die USA zu exportieren, ohne Zölle zu zahlen. Indien verhängte daraufhin im Jahr 2019 Vergeltungszölle auf die USA. „Die neuen Zölle Indiens vom 16. Juni 2019 betrafen Exporte im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar oder etwa 5,5% der US-Exporte nach Indien im Jahr 2017“, schrieb das Peterson Institute damals.
Entspannung unter der Biden-Regierung
Die Handelsspannungen haben sich unter der Biden-Regierung etwas entspannt. Die USA und Indien einigten sich darauf, sechs Streitigkeiten bei der WTO beizulegen, was mit dem Staatsbesuch von Premierminister Narendra Modi zusammenfiel. „Indien hat auch zugestimmt, Vergeltungszölle auf bestimmte US-Produkte, darunter Kichererbsen, Linsen, Mandeln, Walnüsse, Äpfel, Borsäure und diagnostische Reagenzien, zu entfernen. Diese Zölle waren als Reaktion auf die US-Sektion 232-Maßnahmen im Bereich der nationalen Sicherheit für Stahl und Aluminium eingeführt worden“, erklärte die US-Regierung damals.
