Kritik am Staatseinstieg
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat den möglichen Einstieg des Staates in die Meyer Werft stark kritisiert. In einem Interview äußerte er, dass es nicht die Aufgabe des Staates sei, angeschlagene Unternehmen zu retten.
Strategische Ausnahmen
Fratzscher betonte, dass es zwar Ausnahmen für strategisch wichtige Unternehmen geben könne, die systemrelevante Technologien produzieren. Die Meyer Werft falle jedoch nicht in diese Kategorie.
Fehlende private Investoren
Ein weiterer Punkt, den Fratzscher anführte, ist die Tatsache, dass kein privater Investor bereit sei, in die Werft zu investieren und das damit verbundene Risiko zu tragen. Dies sollte seiner Meinung nach ein Warnsignal für den Staat sein.
Vermeidung von Verlusten
Der Wirtschaftsexperte vermutet, dass der Bund und das Land Niedersachsen versuchen, die Meyer Werft zu retten, um mögliche Verluste aus vorherigen Bürgschaften zu vermeiden. Der Staat bürgt bereits für Aufträge in Höhe von etwa 19 Milliarden Euro, die im Falle einer Insolvenz abgeschrieben werden müssten.
Kritik an der Geldverwendung
Fratzscher äußerte seine Besorgnis, dass hier „gutes Geld schlechtem hinterhergeworfen“ werde.
