Warnung vor Angriffen auf Iran
Präsident Joe Biden hat Israel eindringlich davor gewarnt, iranische Nuklearanlagen anzugreifen. US-Beamte äußern Bedenken, dass ein solcher Schlag gegen die Energieinfrastruktur Irans die globalen Energiemärkte destabilisieren könnte. Angesichts der bevorstehenden Vergeltungsmaßnahmen Israels gegen Iran sieht sich die US-Regierung jedoch mit der Herausforderung konfrontiert, dass sie nur begrenzte Möglichkeiten hat, eine weitere Eskalation zu verhindern.
Forderung nach gezielter Vergeltung
Das Team von Biden drängt Israel dazu, die Vergeltung für die letzten Raketenangriffe aus dem Iran auf militärische Ziele wie Luftwaffenstützpunkte und Raketenstellungen zu beschränken. Anstatt Öl- oder andere wirtschaftliche Einrichtungen anzugreifen, schlägt die US-Regierung alternative Maßnahmen vor, darunter eine neue Runde wirtschaftlicher Sanktionen. Dies wurde von informierten Quellen berichtet, die anonym bleiben wollten.
Politische Überlegungen und Druck auf Netanyahu
Die Überlegungen der US-Regierung zielen darauf ab, Ministerpräsident Benjamin Netanyahu einen Ausweg zu bieten, um den Forderungen von Hardlinern in seiner Koalition zu widerstehen, die nach einer deutlich härteren Vergeltung rufen. Ob Netanyahu diese Möglichkeit nutzen wird, bleibt abzuwarten, insbesondere da die Biden-Administration bisher keine Maßnahmen ergriffen hat, um Druck auszuüben, wie etwa den Stopp von Waffenverkäufen an Israel.
Wahlpolitische Implikationen
Zusätzlich gibt es politische Bedenken: Vizepräsidentin Kamala Harris‘ Kampagne möchte verhindern, dass der Konflikt in umkämpften Bundesstaaten, insbesondere Michigan mit einer großen arabischen und muslimischen Bevölkerung, Unterstützung kostet. Netanyahu, der seine enge Beziehung zum republikanischen Kandidaten Donald Trump offen zur Schau stellt, zeigt wenig Interesse daran, Harris zu unterstützen.
Spannungen zwischen den USA und Israel
Die Diskussion darüber, wie stark gegen Iran vorgegangen werden sollte, findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Beziehungen zwischen den USA und Israel angespannt sind. Netanyahu hat US-Ratschläge wiederholt ignoriert, insbesondere in Bezug auf die Reaktion auf den Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023, bei dem etwa 1.200 Israelis ums Leben kamen. Zudem hat er eine aggressive Militärkampagne gegen die iranische Proxy-Gruppe Hezbollah im Libanon verstärkt, trotz US-Warnungen.
Erneuter Austausch zwischen Biden und Netanyahu
Biden und Netanyahu sprachen am Mittwoch zum ersten Mal seit mehr als einem Monat miteinander – eine bemerkenswerte Stille, angesichts der Entwicklungen in der Region. Israel hat eine umfassende Kampagne gegen Hezbollah im Libanon gestartet, die zu zahlreichen Toten geführt hat.
