Forderung nach verbindlichen Plänen

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat die zuständigen Stellen aufgefordert, mutigere und verbindlichere Nahverkehrspläne zu entwickeln, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu gestalten. Der Verband betont, dass die Erstellung solcher Pläne flächendeckend und regelmäßig verpflichtend sein sollte, da dies derzeit oft nur auf freiwilliger Basis geschieht.

Aktuelle Situation der Nahverkehrspläne

Laut Professor Lukas Iffländer, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden von PRO BAHN, sind viele der aktuellen Nahverkehrspläne lediglich als Absichtserklärungen zu betrachten. Sie enthalten zwar sinnvolle Vorschläge zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots, deren Umsetzung hängt jedoch stark von der finanziellen Situation und dem Engagement der Verantwortlichen ab. Verbindliche Selbstverpflichtungen oder klare Ziele im Hinblick auf die notwendige Verkehrswende sind oft nicht vorhanden.

Kernforderungen an zukünftige Pläne

Der Fahrgastverband hat drei zentrale Forderungen an die zukünftigen Nahverkehrspläne formuliert:
1. **Starker ÖPNV-Ausbau**: Die Pläne sollen einen signifikanten Ausbau des ÖPNV vorsehen und sich an den Vorgaben des Deutschlandtakts sowie den Plänen angrenzender Aufgabenträger orientieren.
2. **Verbindliche Umsetzungszeitpläne**: Es sollen realistische und abgestufte Zeitpläne für die Umsetzung der Maßnahmen festgelegt werden, anstatt nur vage Absichtserklärungen zu formulieren.
3. **Berücksichtigung wesentlicher Größen**: Die Pläne müssen wichtige Aspekte wie Fahrzeugbeschaffung, Infrastruktur-Anpassungen und Personalgewinnung berücksichtigen und die notwendigen finanziellen Aufwendungen klar ausweisen.

Bedeutung der Finanzplanung

Ein weiterer wichtiger Aspekt für PRO BAHN ist die Finanzplanung im Zusammenhang mit den Nahverkehrsplänen. Malte Diehl, Leiter des Fachausschusses Nahverkehrsorganisation, hebt hervor, dass die Zuschüsse für den ÖPNV bisher oft willkürlich von den Bundesländern festgelegt werden, ohne den tatsächlichen Bedarf zu berücksichtigen. Eine transparente Einbeziehung der erwarteten Kosten in die Nahverkehrspläne könnte eine angemessene finanzielle Unterstützung ermöglichen.

Ambitionierte Mindeststandards gefordert

Abschließend fordert der Fahrgastverband die Bundesländer auf, ambitionierte Mindeststandards für die Nahverkehrspläne zu definieren. Diese sollten Aspekte wie Netzabdeckung, Angebotsdichte und Bedienzeiten umfassen, um den ÖPNV auch in ländlichen Gebieten als echte Daseinsvorsorge auszubauen.

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