Rasante Verhandlungszeitlinie
Die Handelsverhandlungen unter Präsident Donald Trump könnten in naher Zukunft einige vorläufige Erfolge bringen. Allerdings erwarten Analysten und ehemalige Verhandlungsführer keine schnelle Lösung mit den wichtigsten Handelspartnern der USA.
Erwartungen an China
Trump äußerte kürzlich im Oval Office, dass er mit einem Handelsabkommen mit China innerhalb von „drei oder vier Wochen“ rechne. Diese Aussage folgte auf die Bemerkungen von Peter Navarro, einem Handelsberater des Weißen Hauses, der erklärte, dass die Regierung bis Juli möglicherweise „90 Abkommen in 90 Tagen“ anstrebe, wenn die Pause bei den sogenannten reziproken Zöllen endet.
Historische Perspektive
Die angestrebte Zeitlinie des Weißen Hauses hat in der Geschichte keinen Präzedenzfall. Handelsverhandlungen sind oft langwierig, selbst wenn beide Länder bereits die Themen identifiziert haben, die sie ansprechen möchten. Eine Analyse des Peterson Institute for International Economics zeigt, dass frühere Freihandelsabkommen im Durchschnitt 18 Monate in Anspruch nahmen, während die tatsächliche Umsetzung der Abkommen in der Regel fast vier Jahre dauerte.
Komplexität der Verhandlungen
Greta Peisch, Partnerin bei Wiley Rein und ehemalige General Counsel im Büro des Handelsbeauftragten der USA, betont, dass Handelsverhandlungen in der Regel kompliziert und zeitintensiv sind. Sie äußerte Zweifel daran, dass die Vielzahl der zugrunde liegenden Probleme in dem angestrebten Zeitrahmen gelöst werden kann.
Vorläufige Abkommen möglich
Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass das Weiße Haus in den kommenden Monaten vorläufige Abkommen mit Ländern erzielt, die den Zeitrahmen und den Umfang der Verhandlungen festlegen. Solche Abkommen könnten für die Märkte von Bedeutung sein, da sie in der Vergangenheit oft mit Pausen oder Reduzierungen von Zöllen einhergingen, was die Zollpause möglicherweise unbefristet machen könnte.
Fokus auf den Indo-Pazifik
Länder im Indo-Pazifik, wie Japan, Australien und Vietnam, stehen hoch auf der Liste potenzieller vorläufiger Abkommen, wie der Politikanalyst Ed Mills von Raymond James in einer Forschungsnotiz feststellte. Die Gespräche mit der Europäischen Union könnten länger dauern, da die Regierung eine offensichtliche Abneigung gegenüber dem Block gezeigt hat. Die Verhandlungen mit China könnten sich als die langwierigsten herausstellen, da das Land kürzlich Vizepräsident JD Vance für seine Äußerungen kritisierte.
Logistische Herausforderungen
Ein Teil des Problems mit der Verhandlungszeitlinie der Regierung sind logistische Aspekte. Laut der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, haben 75 Länder Interesse an Verhandlungen bekundet, wobei 15 von ihnen Angebote unterbreitet haben, die derzeit geprüft werden. Trump bestätigte, dass unter diesen Ländern auch China ist.
