Rekers Einschätzung der Ereignisse

Die ehemalige Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, hat die Silvesternacht 2015/2016, die von zahlreichen Raub- und Sexualstraftaten geprägt war, als entscheidenden Wendepunkt in der deutschen Flüchtlingspolitik bezeichnet. Diese Vorfälle wurden überwiegend von jungen Geflüchteten aus arabischen und nordafrikanischen Ländern begangen. Reker erklärte, dass viele Kölner Bürger nach diesen Ereignissen ihre Sorgen über eine mögliche Überforderung der Stadt deutlich äußerten, während sich die grundsätzliche Willkommenskultur nicht wesentlich verändert habe.

Hilfsangebot von Olaf Scholz

Reker berichtete, dass sie kurz nach den Vorfällen ein unerwartetes Hilfsangebot vom damaligen Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz erhielt. Obwohl sie zuvor nie miteinander kommuniziert hatten, nahm Scholz Kontakt zu ihr auf und erkundigte sich nach ihrer Situation. Er bot ihr Unterstützung an, um ihre Erwartungen an die Polizei in Köln zu klären. Reker empfand diese Hilfe als sehr wertvoll, insbesondere in einer Zeit, in der sie Schwierigkeiten hatte, mit dem Kölner Polizeipräsidenten oder anderen politischen Vertretern zu sprechen.

Öffentliche Reaktionen und Rückblick

Im Rückblick bezeichnete Reker es als Fehler, Frauen in dieser Situation zu raten, einen Armlängen Abstand zu halten. Dieser Ratschlag stammte aus einer Broschüre über Partysicherheit für junge Frauen und wurde auf einer Pressekonferenz nach den Vorfällen zitiert. Reker erkannte, dass dieser Hinweis unangebracht war, da die Frauen in der Silvesternacht keine Möglichkeit hatten, diesen Abstand einzuhalten. Sie betonte, dass der öffentliche Aufschrei, den sie aufgrund dieser Äußerung erlebte, für sie weniger belastend war als das Schicksal der betroffenen Frauen.

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