Anstieg der Gewaltfälle

In den Kindertagesstätten Nordrhein-Westfalens hat die Gewalt im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr einen alarmierenden Anstieg von fast 80 Prozent verzeichnet. Dies geht aus einem Dokument des Familienministeriums hervor, das dem Kölner Stadt-Anzeiger vorliegt.

Statistische Erhebungen

Laut den Landesjugendämtern wurden im Jahr 2025 insgesamt 4718 Übergriffe gemeldet, während es im Jahr 2024 lediglich 2680 waren. Besonders im Landschaftsverband Rheinland, zu dem auch die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf gehören, hat sich die Zahl der Vorfälle von 1561 im Jahr 2024 auf 3036 im Jahr 2025 nahezu verdoppelt. Diese Entwicklung ist umso besorgniserregender, da die Zahl der Vorfälle bereits von 2022 (1022 Vorfälle) bis 2024 (2680) mehr als verdoppelt wurde.

Kommentare zur Situation

Die nordrhein-westfälische Jugendministerin Verena Schäffer (Grüne) äußerte, dass die dramatisch gestiegenen Zahlen darauf hindeuten, dass mehr Fälle ans Licht kommen und nicht mehr unentdeckt bleiben. Sie betonte, dass wirksamer Kinderschutz eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordere.

Forderungen zur Verbesserung

Michael Kutz, der Landesgeschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes in NRW, wies darauf hin, dass die zunehmenden Gefährdungsfälle für das Wohl der Kinder unter anderem auf eine unzureichende Personalausstattung und den Abbau von Ausbildungsstandards zurückzuführen seien. Dies führe zu einer erheblichen Überlastung der Kitas und des Personals.

Zusätzlich forderten Kutz und der familienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW, Dennis Maelzer, die Landesregierung auf, ihren Gesetzentwurf zur Änderung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zu überdenken. Der aktuelle Entwurf sieht vor, dass die Gruppen in den Kitas vergrößert und der Einsatz von Fachkräften auf Kernzeiten von fünf Stunden täglich konzentriert werden soll.

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