Die Zahl der Hungernden in der Welt hat aufgrund von Konflikten, Klimawandel und Inflation den höchsten Stand seit langem erreicht. Entwicklungsorganisationen appellieren vor dem G7-Gipfel in Hiroshima an die sieben reichen Industrieländer, umgehend Initiative zu ergreifen und den Menschen in Not zu helfen.
Entwicklungsorganisationen fordern Soforthilfe
Vor dem G7-Gipfel in Japan fordern Entwicklungsorganisationen ausreichende Soforthilfe, um die Menschen vor dem Hungertod zu bewahren. Dirk Bathe von World Vision betont: „Die G7 müssen endlich entschlossen handeln. Jedes weitere Zögern kostet Millionen Menschen das Leben.“
G7 bewertet eigene Anstrengungen als ungenügend
Im ihrem jüngsten Fortschrittsbericht bewertet die G7-Gruppe ihre bisherigen Anstrengungen zur Eindämmung des Hungers und zur Ernährungssicherheit selbst als „ungenügend“, wie World Vision vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs von Freitag bis Sonntag hervorhebt.
Globale Hungerkrise hat nie dagewesene Ausmaße angenommen
Der Global Report on Food Crises 2023 schätzt, dass über eine Viertelmilliarde Menschen akut unter Ernährungsunsicherheit leiden und dringend Nahrungsmittelhilfe benötigen. Das ist der höchste Stand seit sieben Jahren. Friederike Röder von Global Citizen betont: „Die globale Hungerkrise hat nie dagewesene Ausmaße angenommen.“
Unternehmen profitieren trotz Krise
Oxfam bemängelt, dass auf den G7-Gipfeln in den vergangenen zwei Jahren zwar Initiativen gegen den Hunger gestartet wurden, diese jedoch nicht mit Leben gefüllt wurden. Jörn Kalinski von Oxfam sagt: „Geld genug ist vorhanden. Die Vermögen der Milliardäre aus dem Nahrungsmittel- und Agrarsektor sind seit 2020 um 380 Milliarden US-Dollar gestiegen.“ Auch Unternehmen, die Kunstdünger herstellten, hätten ihre Profite im vergangenen Jahr verzehnfacht.
Krisen in verschiedenen Ländern
World Vision warnt, dass in den Ländern West- und Zentralafrikas die schwerste Ernährungskrise seit zehn Jahren drohe. Die Krise breite sich auf die Küstenländer aus. Im Konfliktland Sudan sei ein Drittel der Bevölkerung durch Nahrungsmangel bedroht. Auch in Burkina Faso und Mali drohe bis zum Sommer eine mögliche Katastrophe. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine treibt die Nahrungs- und Düngemittelpreise in die Höhe, da 30 Prozent des auf dem Weltmarkt verfügbaren Getreides aus Russland und der Ukraine stammen.
