Die Deutsche Post plant eine vorzeitige Erhöhung des Briefportos im kommenden Jahr aufgrund gestiegener Kosten. Das Unternehmen hat einen entsprechenden Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt. Die Inflation, höhere Energiepreise, der jüngste Tarifabschluss und unerwartet stark abnehmende Briefmengen haben die Post dazu veranlasst, die Preise vorzeitig zu erhöhen.
Hintergründe
Als das jetzige Briefporto von 85 Cent festgelegt wurde, war die Inflation eher niedrig. Heute gibt es jedoch deutlich höhere Energiekosten und Löhne, was zu gestiegenen Kosten für die Post führt. Das Unternehmen darf das Porto nicht selbst festlegen, sondern die Netzagentur gibt Vorgaben, wie die Post an der Preisschraube drehen darf. Normalerweise geschieht dies alle drei Jahre. Die aktuellen Preise gelten seit Anfang 2022, als sich der Inlandsstandardbrief von 80 auf 85 Cent verteuerte. Das jetzige Porto läuft planmäßig Ende 2024 aus.
Antrag bei der Bundesnetzagentur
Die Deutsche Post hat den Widerruf der sogenannten Price-Cap-Maßgrößenentscheidung beantragt, auf deren Basis die Briefpreise genehmigt wurden. Der Spielraum für Preiserhöhungen liegt zwischen 2022 und 2024 bei insgesamt 4,6 Prozent. Zum Vergleich: Allein im vergangenen Jahr stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise um 6,9 Prozent. Um welchen Betrag die Preise steigen sollen, ist noch unklar. Sollte es zu einem neuen Genehmigungsverfahren kommen, würde die Netzagentur auch den Spielraum für Erhöhungen festlegen.
Argumente der Post
Die Post argumentiert, dass der Preis für einen Standardbrief unter dem europäischen Durchschnittspreis von 1,33 Euro und auch unter dem Niveau in Polen, Tschechien, der Slowakei oder Rumänien liege. Als Universaldienstleister ist die Post das einzige Unternehmen, das überall in Deutschland Briefe zustellen muss und somit auch auf dem Land tätig ist. Außerdem muss sie Pflichten zum Filialnetz, zur Briefkasten-Erreichbarkeit und zur Geschwindigkeit des Briefversands erfüllen.
Fazit
Die Deutsche Post plant eine vorzeitige Erhöhung des Briefportos aufgrund gestiegener Kosten. Das Unternehmen hat einen entsprechenden Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt. Der genaue Betrag der Preiserhöhung ist noch unklar und hängt von der Entscheidung der Netzagentur ab. Die Post argumentiert, dass der Preis für einen Standardbrief im Vergleich zu anderen europäischen Ländern niedrig ist und dass sie als Universaldienstleister besondere Pflichten erfüllen muss.
