Bayer Leverkusen scheitert im Halbfinale gegen AS Rom
Im Halbfinal-Rückspiel der Europa League musste sich Bayer Leverkusen gegen die defensiv eingestellte AS Rom mit einem 0:0 begnügen und verpasste somit das Finale. Der Traum vom Europa-League-Triumph zerplatzte am römischen Abwehr-Bollwerk von Meister-Taktiker José Mourinho. Trotz leidenschaftlichem und beherztem Spiel schied der Bundesligist durch das Unentschieden gegen die AS Rom aus. Bereits das Hinspiel hatte Leverkusen in der Vorwoche mit 0:1 verloren. Somit verpasste Bayer am 35. Jahrestag des größten Vereinserfolgs im UEFA-Cup die dritte Endspiel-Teilnahme in einem Europacup nach 1988 und 2002.
Bundesliga ohne Vertreter im Endspiel
Bayer Leverkusen war der letzte deutsche Club in einem der internationalen Wettbewerbe und somit wird die Bundesliga in diesem Jahr in keinem der Endspiele vertreten sein. Der aktuell siebte Platz in der Bundesliga-Tabelle zwei Spieltage vor dem Saisonende würde nur für die Conference League reichen. Nur wenn RB Leipzig das Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt gewinnt, hätte Bayer noch eine Chance auf die Europa League-Qualifikation.
Mourinho kann Rekordhalter werden
Im Trainer-Duell setzte sich José Mourinho gegen seinen ehemaligen Spieler Xabi Alonso durch und kann im Endspiel am 31. Mai in Budapest alleiniger Rekordhalter in Bezug auf Europacup-Siege werden. Bisher führt er die Rangliste mit fünf Titeln in den verschiedenen Wettbewerben gemeinsam mit dem früheren Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni an.
Leverkusen von Beginn an dominant
Leverkusens Kapitän und Torhüter Lukas Hradecky hatte vor dem Spiel einen „größeren Hexenkessel“ als in der Vorwoche in Rom angekündigt. Die Bayer-Fans gaben sich große Mühe, diese gewagte These zu stützen. Mehrere Tausend empfingen den Mannschaftsbus um 19.20 Uhr bei der Einfahrt zum Stadion in roten Shirts und mit zahlreichen Bengalos. Vor dem Spiel gab es eine große Choreo. Während des Spiels sangen die Fans quasi durch und sorgten tatsächlich für eine beeindruckende und Halbfinal-würdige Atmosphäre.
Das Team war bemüht, das erhoffte frühe Tor vorzulegen. Die ersten Versuche von Kerem Demirbay (8.) und Moussa Diaby (9.) waren noch eher harmlos, doch dann traf Diaby nach schönem Pass von Florian Wirtz aus spitzem Winkel die Latte (12.). Am Spielfeld-Rand durchlebte Alonso das Spiel intensiv mit, er lief auf und ab, dirigierte wild und lautstark. Dagegen versprühte Mourinho wenige Meter weiter links demonstrativ Gelassenheit, meist mit den Händen in den Taschen bewegte er sich nur wenige Meter nach links und rechts. Zur Pause waren 12:1 Torschüsse und 74 Prozent Ballbesitz statistische Zeugen der Leverkusener Dominanz. Doch außer Diabys Latte-Treffer blieb Bayer ohne Torerfolg.
