Die Wehrbeauftragte Eva Högl hat vorgeschlagen, dass alle jungen Menschen eines Jahrgangs zur Musterung eingeladen werden sollten, um ihre Wehrdienstfähigkeit zu untersuchen. Diese Idee soll der Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr dienen. Högl betonte jedoch, dass sie gegen eine Rückkehr zur Wehrpflicht sei. Stattdessen findet sie die Idee eines verpflichtenden „Dienstjahres für Deutschland“ diskussionswürdig. Die Musterung sollte sich an alle Geschlechter richten.
Die Wehrpflicht wurde 2011 nach 55 Jahren ausgesetzt und seitdem gibt es eine Diskussion über eine mögliche Wiedereinführung. Die Wehrbeauftragte forderte Anfang des Jahres eine Debatte darüber, wie viel Zwang und Freiwilligkeit nötig sei. Kanzler Olaf Scholz und Verteidigungsminister Boris Pistorius haben sich jedoch klar gegen eine Rückkehr zur Wehrpflicht ausgesprochen.
Die CDU hat sich im September für die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahrs ausgesprochen, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bereits vor einem Jahr eine Debatte über die Einführung einer sozialen Pflichtzeit angestoßen hat. Pistorius hat jedoch infrage gestellt, ob eine allgemeine Dienstpflicht zur Stärkung von Katastrophenschutz, Bundeswehr und Rettungsdiensten sinnvoll ist. Die FDP hat rechtliche und politische Bedenken gegen eine solche Dienstpflicht geäußert.
