US-Präsident Joe Bidens Unterschrift unter das Gesetz zur Aussetzung der Schuldenobergrenze hat dem Finanzministerium grünes Licht gegeben, nach Monaten der Unterbrechung wieder neue Schulden auszugeben. Seit Mitte Januar, als die Schuldenobergrenze von 31,4 Billionen US-Dollar erreicht wurde, hat das Finanzministerium spezielle Buchhaltungsmaßnahmen ergriffen, um die Zahlungen aller Bundesverpflichtungen aufrechtzuerhalten. Zum 31. Mai waren nur noch 33 Milliarden US-Dollar verfügbar. Gleichzeitig hat das Finanzministerium seinen Bargeldbestand abgebaut, der am 1. Juni unter 23 Milliarden US-Dollar fiel – ein von Experten als gefährlich niedrig angesehener Wert angesichts der Volatilität der täglichen Bundessteuereinnahmen und -zahlungen.
Neue Schuldenausgabe und erhöhter Finanzbedarf
Das von Biden unterzeichnete Gesetz setzt die Schuldenobergrenze bis zum 1. Januar 2025 aus und ermöglicht es dem Finanzministerium, seinen Bargeldbestand auf normalere Werte zu erhöhen. Anfang letzten Monats hatte das Ministerium einen Bargeldbestand von 550 Milliarden US-Dollar für Ende Juni eingeplant. Ein wachsendes Haushaltsdefizit setzt das Finanzministerium auch unter Druck, die Kreditaufnahme zu erhöhen. Die Schuldenauktionen werden nun voraussichtlich stark ansteigen. Der Wiederauffüllungsprozess – der eine Menge neuer Wertpapiere im Wert von weit über 1 Billion US-Dollar umfassen könnte – könnte jedoch unerwünschte Auswirkungen haben, indem er Liquidität aus dem Bankensektor abzieht, kurzfristige Finanzierungssätze erhöht und die Schrauben in einer Wirtschaft anzieht, die viele Ökonomen auf eine Rezession zusteuern sehen. Die Bank of America Corp. schätzt, dass die Ausgabe-Welle die gleichen wirtschaftlichen Auswirkungen wie eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt durch die Federal Reserve haben könnte.
Erhöhte Schuldenausgabe und Auswirkungen auf die Wirtschaft
Die Ankündigungen der Schuldenauktionen werden den Investoren Aufschluss darüber geben, wie schnell das Finanzministerium die Ausgabe erhöhen wird. Am Donnerstag gab das Ministerium bekannt, dass es in der kommenden Woche die Größe der dreimonatigen und sechsmonatigen Rechnungsangebote um jeweils 2 Milliarden US-Dollar erhöhen werde. Es hat auch bereits seine Ausgabe von viermonatigen Schulden, seinem neuesten Rechnungsbenchmark, erhöht. Vier- und achtwöchige Auktionen haben ebenfalls Raum für Wachstum, nachdem sie auf 35 Milliarden US-Dollar pro wöchentlichem Ausgabezyklus reduziert wurden.
Auswirkungen auf die Finanzierung durch außergewöhnliche Maßnahmen
In der Zwischenzeit wird die Aufhebung der Schuldenobergrenze die Beamten dazu veranlassen, die Notfall-Buchhaltungsmaßnahmen rückgängig zu machen, die sie ergriffen haben, um zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen, nachdem das Finanzministerium die Grenze erreicht hatte. Die Rückabwicklung der Maßnahmen hat jedoch keine Auswirkungen auf die Kreditaufnahme von der Öffentlichkeit, da der Prozess die Ausgabe von nicht handelbaren Wertpapieren an bestimmte interne Fonds wie den Thrift Savings Plan Government Securities Investment Fund für Bundesangestellte umfasst.
