Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) plant am Montag in Berlin ihre Forderungen für die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn im Herbst zu verkünden. Die GDL, bekannt für ihre Streikbereitschaft, wird voraussichtlich ähnliche Forderungen wie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG stellen, mit der die Bahn bereits in schwierigen Verhandlungen steckt.
Verhandlungen erst ab November
Die Tarifverhandlungen zwischen der GDL und der Deutschen Bahn werden erst ab November stattfinden, da bis Ende Oktober eine Friedenspflicht gilt. GDL-Chef Claus Weselsky kann bis dahin keine Warnstreiks ausrufen. Vor der Pressekonferenz am Montag wird die Gewerkschaft ihre Mitglieder über die Forderungen informieren.
GDL setzt auf harte Verhandlungsführung
Die GDL hat in der Vergangenheit auf harte Verhandlungsführung und viele Arbeitsniederlegungen gesetzt. Die Deutsche Bahn und ihre Fahrgäste stehen daher voraussichtlich vor einem schwierigen Herbst. Die Gewerkschaft plant jedoch nicht nur über Tarifverhandlungen zu verhandeln, sondern auch eine Weggabelung aufzuzeigen, wie die Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitglieder nachhaltig verbessert werden können.
Konkurrenzgewerkschaft EVG fordert höhere Löhne
Die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG fordert derzeit von der Deutschen Bahn und anderen Eisenbahn-Unternehmen höhere Löhne für die Beschäftigten. Die Forderungen belaufen sich auf 650 Euro mehr pro Monat und bei den oberen Lohngruppen ein Plus von 12 Prozent. Die Laufzeit soll nach Gewerkschaftsvorstellung bei zwölf Monaten liegen.
Tarifkonflikt zwischen EVG und Bahn
Die Deutsche Bahn hat bisher prozentuale Erhöhungen zwischen 8 und 12 Prozent, 2850 Euro Inflationsausgleichsprämie und eine Laufzeit von 24 Monaten vorgeschlagen. In diesem Tarifkonflikt kam es bereits zu zwei Warnstreiks. Zuletzt haben sich beide Seiten darauf verständigt, zunächst erneut in kleinem Kreis nach einer Lösung zu suchen.
Letzter Tarifkonflikt im September 2021 gelöst
Der bisher letzte Tarifkonflikt zwischen der GDL und der Deutschen Bahn wurde im September 2021 gelöst. Vereinbart wurden damals Tariferhöhungen von insgesamt 3,3 Prozent sowie Einmalzahlungen – mit Blick auf die deutlich gestiegene Inflation.
Bei der Deutschen Bahn werden gut 8000 Beschäftigte nach den mit der GDL ausgehandelten Tarifverträgen bezahlt. Die EVG ist bei dem bundeseigenen Konzern deutlich stärker vertreten, ihr Tarifwerk wird auf gut 180.000 DB-Beschäftigte angewendet. Da die GDL jedoch vor allem die Interessen der Lokführerinnen und Lokführer vertritt, kann auch sie mit Warnstreiks den Zugverkehr empfindlich stören.
