In einer tragischen Entwicklung behauptet die Ukraine, dass Russlands Streitkräfte einen strategischen Damm zerstört haben, was eine mögliche „ökologische Katastrophe“ auslösen könnte. Die ukrainischen Behörden haben festgestellt, dass Russland den wichtigen Kakhovka-Damm und das Wasserkraftwerk in Kherkhov zerstört hat, einem Teil des südlichen Ukraine, den Moskau kontrolliert.

Evakuierung angeordnet

Die ukrainischen Behörden haben erklärt, dass das Brechen des Damms Wasser aus der beschädigten Anlage freigesetzt hat und massive Überschwemmungen in der Ukraine drohen. Beamte beider Seiten des Krieges haben Hunderttausende von Bewohnern flussabwärts zur Evakuierung aufgefordert. Russische Beamte behaupteten, dass der Kakhovka-Damm am Dnipro-Fluss durch ukrainische Militärschläge in dem umkämpften Gebiet beschädigt wurde.

Breite Folgen

Die Auswirkungen könnten weitreichend sein: Überschwemmungen von Häusern, Straßen und Geschäften flussabwärts; Abnahme des Wasserstands flussaufwärts, der Europas größtem Atomkraftwerk zur Kühlung dient; und Austrocknung der Trinkwasserversorgung im Süden der Krim, die Russland illegal annektiert hat. Der Dammbruch fügt dem seit 16 Monaten andauernden Krieg in der Ukraine ein komplexes neues Element hinzu.

Auswirkungen auf Atomkraftwerk

Energoatom, der ukrainische Kernkraftwerksbetreiber, sagte in einer Telegramm-Erklärung, dass die Sprengung des Damms „negative Auswirkungen“ auf das Zaporizhzhia-Kernkraftwerk haben könnte, das das größte in Europa ist, aber schrieb, dass die Situation derzeit „kontrollierbar“ sei. Die Internationale Atomenergiebehörde der UN schrieb auf Twitter, dass ihre Experten die Situation im Kraftwerk genau überwachen und es derzeit „kein unmittelbares nukleares Sicherheitsrisiko“ gibt.

Potentielle Überschwemmungen

Die ukrainischen Behörden haben zuvor gewarnt, dass ein Versagen des Dammes 18 Millionen Kubikmeter (4,8 Milliarden Gallonen) Wasser freisetzen und Kherson und Dutzende andere Gebiete überschwemmen könnte, in denen Hunderttausende von Menschen leben. Das World Data Center for Geoinformatics and Sustainable Development, eine ukrainische Nichtregierungsorganisation, schätzte, dass fast 100 Dörfer und Städte überschwemmt würden. Es geht auch davon aus, dass der Wasserstand erst nach fünf bis sieben Tagen zu sinken beginnt. Ein vollständiger Zusammenbruch des Damms würde einen Großteil des linken Ufers wegspülen und ein schwerer Rückgang des Reservoirs könnte das Atomkraftwerk von wichtiger Kühlung abhalten und auch die Wasserversorgung im Norden der Krim austrocknen, so die Ukraine War Environmental Consequences Working Group, eine Organisation von Umweltaktivisten.

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