Multimilliarden-Projekt zur Überwachung
Japan plant den Aufbau eines umfangreichen Netzwerks kleiner Satelliten, das mehrere Milliarden Dollar kosten soll. Dieses Vorhaben ist eine Reaktion auf den zunehmenden Druck aus China, einschließlich eines jüngsten Vorfalls, bei dem chinesische Militärflugzeuge in den japanischen Luftraum eindrangen.
Verteidigungshaushalt 2025
Das Satellitennetzwerk ist Teil eines vorgeschlagenen Verteidigungshaushalts von 8,5 Billionen Yen, was etwa 59 Milliarden Dollar entspricht, für das Haushaltsjahr, das im April 2025 beginnt. Dies stellt einen Anstieg von 7,4 % im Vergleich zum aktuellen Jahr dar. Unter der Führung des bald scheidenden Premierministers Fumio Kishida strebt Japan an, sein Verteidigungsbudget nahezu zu verdoppeln.
Chinas militärische Aktivitäten
China hat seine militärische Präsenz in der Luft und auf See rund um Japan verstärkt, insbesondere in der Nähe der südwestlichen Inseln, die sich von den Hauptinseln Japans in Richtung Taiwan erstrecken. Im Juli und August wurde eine chinesische Flotte, angeführt von dem Flugzeugträger Shandong, mehrfach in Gewässern südlich der japanischen Inselkette gesichtet. Dabei starteten und landeten regelmäßig Kampfflugzeuge und Hubschrauber.
Verletzung des Luftraums
Am Montag berichtete Japan von einem erstmaligen Eindringen eines chinesischen Militärflugzeugs in den japanischen Luftraum. Verteidigungsminister Minoru Kihara bezeichnete diesen Vorfall als „ernsthafte Verletzung der Souveränität Japans“ und als Bedrohung für die nationale Sicherheit. Das chinesische Y-9 Aufklärungsflugzeug soll etwa zwei Minuten über den Danjo-Inseln westlich von Kyushu geflogen sein.
Reaktion Chinas
Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, erklärte, dass beide Länder über den Vorfall kommunizierten und dass „China nicht die Absicht hat, in den Luftraum anderer Länder einzudringen“.
Geplantes Satellitennetzwerk
Das neue Satellitennetzwerk, das Teil eines am Freitag veröffentlichten Haushaltsvorschlags ist, soll Japan Informationen über die Standorte gegnerischer Kräfte liefern. Derzeit ist Japan stark auf Geheimdienstinformationen seines Hauptverbündeten, der USA, angewiesen. Das Verteidigungsministerium plant, Unternehmen in die Investition und Verwaltung des Satellitenprojekts einzubeziehen, mit einem vollständigen Betrieb, der bis Anfang 2028 beginnen soll. Für das nächste Jahr sind etwa 2,2 Milliarden Dollar für die Satelliten vorgesehen.
Langstreckenraketen und Verteidigungsstrategien
Japan führt auch Langstreckenraketen ein, um auf die Bedrohung durch China zu reagieren. Die Lieferung von 400 in den USA hergestellten Tomahawk-Marschflugkörpern sowie einer verbesserten Version der in Japan hergestellten Typ-12-See-zu-Schiff gelenkten Raketen soll bis Anfang 2026 beginnen, wobei einige in der Lage sind, Ziele bis zu 600 Meilen entfernt zu treffen. Dies könnte in bestimmten Fällen ausreichen, um chinesisches oder nordkoreanisches Territorium zu erreichen.
