Rückkehr der Menschen
Am Mittwoch konnten Hunderttausende Menschen im Libanon endlich in ihre Häuser im Süden zurückkehren. Dieser Moment stellte einen der wenigen positiven Aspekte seit dem Beginn des Konflikts am 7. Oktober dar. Während in diesem Krieg viel verloren ging, bleibt die Frage, was tatsächlich gewonnen wurde.
Hoffnungen und Realität
Zu Beginn des Konflikts gab es Hoffnungen, dass die Situation nach diesem Krieg stabiler sein würde als nach dem letzten Libanonkrieg vor 18 Jahren. Viele erwarteten, dass die Hisbollah nicht in der Lage sein würde, sich erneut zu reorganisieren und neu zu bewaffnen. Diese Erwartungen wurden jedoch nur teilweise erfüllt.
Vorbereitungen und Herausforderungen
Israel hatte sich intensiv auf diesen Krieg vorbereitet, was sich in den gezielten Angriffen und der Tötung wichtiger Hisbollah-Kommandeure zeigte. Allerdings war nicht eingeplant, dass dem Libanon-Konflikt ein fast einjähriger Krieg gegen die Hamas in Gaza vorausgehen würde. Als die israelischen Bodentruppen in den Libanon einmarschierten, waren die Reservisten bereits erschöpft.
Schwächen auf beiden Seiten
Die Hisbollah hatte in letzter Zeit mehr Erfolg bei Angriffen auf israelische Städte, was zu zivilen Opfern führte. Auch Israels Luftabwehr war geschwächt, und der stockende Nachschub aus den USA machte sich bemerkbar. Die Waffenruhe wird daher aus israelischer Sicht als eine Art Notbremse betrachtet.
Fragiles Gleichgewicht
Die kommenden Wochen sind entscheidend, da es nur wenig braucht, um den Konflikt erneut zu entfachen. Obwohl die Kommandokette der Hisbollah gestört ist, birgt dies auch Risiken, da möglicherweise die notwendige Kontrolle über lokale Extremisten fehlt. In Israel gibt es Forderungen, auf jede Provokation zu reagieren, um keine Schwäche zu zeigen.
Unrealistische Erwartungen
Die Vorstellung, dass dieser Krieg einen Neuanfang bringen könnte, war ohnehin unrealistisch. Für eine nachhaltige Lösung sind mehr als militärische Erfolge erforderlich; es bedarf finanzieller Mittel und politischen Willens, auch von europäischer Seite, um dem Libanon aus seiner langanhaltenden Krise zu helfen.
