Erzbischof Heße und Bischof Stäblein in Glückstadt
Am 29. November 2024 besuchten Erzbischof Dr. Stefan Heße und Bischof Dr. Christian Stäblein die Abschiebungshafteinrichtung in Glückstadt, Schleswig-Holstein. Der Besuch fand im Rahmen ihrer gemeinsamen Verantwortung für Flüchtlingsfragen statt.
Aktuelle Situation in der Einrichtung
In der Einrichtung sind derzeit 32 Personen in Abschiebungshaft. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2021 gibt es immer wieder Kritik an den Bedingungen vor Ort. Insbesondere wird der anhaltende Personalmangel sowie das Fehlen von Sozialberatung über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten bemängelt. Auch Hungerstreiks und Suizidversuche von Inhaftierten haben die Aufmerksamkeit auf die schwierigen Umstände gelenkt.
Kritik an den Haftbedingungen
Die Bischöfe äußerten sich besorgt über die Haftbedingungen und die Tatsache, dass auch EU-Bürger in der Einrichtung inhaftiert sind. Während ihres Besuchs führten sie Gespräche mit der Einrichtungsleitung, die die strukturellen Herausforderungen und die Bemühungen zur Verbesserung der Personalsituation schilderte. Zudem tauschten sich die Bischöfe mit Vollzugsbeamten und Mitarbeitenden der Sozialberatung aus.
Humanitäre Verantwortung
Erzbischof Heße betonte die Notwendigkeit, humanitäre und rechtsstaatliche Prinzipien auch in der aktuellen Diskussion um Abschiebungen zu wahren. Er wies darauf hin, dass hinter den Zahlen von Abschiebungen Menschen stehen, die sich in einer äußerst schwierigen Lage befinden.
Öffentliche Wahrnehmung der Abschiebungen
Bischof Stäblein kritisierte, dass die Bedingungen in den Hafteinrichtungen in der Öffentlichkeit oft nicht ausreichend wahrgenommen werden. Er stellte fest, dass häufig Menschen ohne Straftaten ihrer Freiheit beraubt werden und dass auch in Deutschland geborene Personen in Länder abgeschoben werden, die ihnen fremd sind.
Gespräche mit Inhaftierten
Im Rahmen des Besuchs fanden auch Gespräche mit Inhaftierten und den Seelsorgern statt, die ihnen Unterstützung bieten. Die Bischöfe zeigten sich betroffen von den Schicksalen der Menschen in der Einrichtung und unterstrichen die Wichtigkeit der humanitären Hilfe.
