Cyberangriffe und Sicherheitsbedenken

In dieser Woche berichtete das Wall Street Journal über einen Cyberangriff auf amerikanische Telekommunikationsnetze, der von einer chinesischen Hackergruppe namens „Salt Typhoon“ durchgeführt wurde. Ziel dieses Angriffs war offenbar, Informationen über amerikanische Abhöraktivitäten zu sammeln. In beiden Ländern herrscht tiefes Misstrauen, was zu einer Politik des Ausschlusses der digitalen Infrastruktur des jeweils anderen geführt hat.

Politische Maßnahmen und Handelsbeschränkungen

Die USA haben das chinesische Unternehmen Huawei daran gehindert, Telekommunikationsgeräte in Amerika zu installieren. Gleichzeitig wird der Verkauf von Servern und Cloud-Computing-Produkten aus dem Silicon Valley in China stark eingeschränkt. Trotz dieser Spannungen existieren amerikanische und chinesische Infrastrukturen, wie Rechenzentren und Unterseekabel, weltweit nebeneinander, während beide Länder um Marktanteile, Gewinne und geopolitischen Einfluss konkurrieren.

Chinas Einfluss in Asien

Der schärfste Wettbewerb findet in Asien statt, wo die Präsenz chinesischer Digitalinfrastrukturunternehmen bereits erheblich ist. In den letzten vier Jahren wurden etwa 18 % aller neuen Unterseekabel weltweit von einem einzigen chinesischen Unternehmen verlegt, viele davon in Asien. Alibabas Cloud-Dienste sind in neun asiatischen Ländern aktiv, und Huawei hat zahlreiche Mobilfunknetze aufgebaut.

Strategien zur digitalen Dominanz

Chinas Erfolg ist teilweise auf einen Regierungsplan zurückzuführen. Die Digital Silk Road-Strategie, ein Teil von Präsident Xi Jinpings Initiative „Ein Gürtel, ein Weg“, zielt darauf ab, die Internetinfrastruktur der Region zu dominieren. Chinesische Unternehmen sind zudem innovativ und oft kostengünstiger als amerikanische, obwohl einige durch versteckte Subventionen der Regierung unterstützt werden. Schätzungen zufolge liegen die Kosten für chinesische Cloud-Dienste etwa 40 % unter denen amerikanischer Anbieter.

Folgen einer digitalen Dominanz

Sollte China die digitale Infrastruktur Asiens dominieren, wären die Folgen weitreichend. Die herrschende Kommunistische Partei Chinas strebt an, die Normen für Daten und das Internet festzulegen. Der Einfluss Chinas in den technischen Normungsgremien der Welt hat zugenommen, und es wird eine Vision der „Datensouveränität“ gefördert, bei der Regierungen die Kontrolle über Informationen haben und sicherstellen, dass diese lokal gespeichert werden, um staatliche Kontrolle zu gewährleisten.

Risiken für asiatische Länder

Chinesisch betriebene digitale Infrastrukturen könnten asiatische Länder zudem den Risiken von Überwachung und Sabotage aussetzen. Einige Regierungen zeigen sich in dieser Hinsicht sorglos, was jedoch nicht angebracht ist. Chinesische Hacker haben bereits Informationen über das Südchinesische Meer von den Philippinen gestohlen und das malaysische Gasfeld Kasawari ins Visier genommen, das sich in umstrittenen Gewässern befindet.

Wettbewerb im Telekommunikationssektor

Als in den 2000er Jahren Mobilfunknetze aufgebaut wurden, konnten sich zwei chinesische Unternehmen, Huawei und ZTE, gegen ihre amerikanischen und europäischen Konkurrenten in Asien durchsetzen. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass chinesische Unternehmen auch im zukünftigen Wettbewerb um die Bereitstellung digitaler Infrastruktur den Sieg davontragen werden.

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