Janosch Dahmen, der Gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, hat Forderungen des stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki nach einer Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie zurückgewiesen. Kubicki hatte sich für die Einrichtung einer solchen Kommission ausgesprochen, um die Fehler der Pandemie-Bekämpfung aufzudecken und für künftige Pandemien die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dahmen hingegen ist der Ansicht, dass Kubicki während der Pandemie immer wieder extreme Positionen vertreten und durch eine zum Teil AfD-nahe Rhetorik versucht habe, eine gesellschaftliche Spaltung herbeizureden. Aus diesem Grund fehle es ihm an Fantasie zu glauben, dass Kubicki tatsächlich Interesse an einer seriösen Aufarbeitung habe.
Auch SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese gibt zu bedenken, dass eine Enquete-Kommission nicht „der Weisheit letzter Schluss“ sei. Über die Verfassungsmäßigkeit der Maßnahmen habe das Bundesverfassungsgericht bereits entsprechende Urteile gefällt. Auch der Ethikrat habe bereits eine Stellungnahme auf den Weg gebracht. Zu den Schulschließungen gebe es zudem inzwischen wichtige kritische Studien. Die Aufarbeitung läuft also bereits, betont Wiese. Kubicki bleibt jedoch weiterhin optimistisch und ist sich sicher, dass es eine Enquete-Kommission geben wird.