Politik/Sachsen-Anhalt/Landtag
Die Opposition im Landtag von Sachsen-Anhalt übt Kritik an Landtagspräsident Gunnar Schellenberger (CDU). Einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung (Samstagsausgabe) zufolge hat der Politiker an der Landesregierung vorbei mit Usbekistan über die Anwerbung von 5.000 Arbeitskräften verhandelt.
Opposition äußert sich besorgt
Stefan Gebhardt, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion, sagte, er sei „sprachlos“. Weder als Abgeordneter noch als Präsident habe Schellenberger entsprechende Kompetenzen. „Sollte der gesamte Vorgang ohne Kenntnis der Landesregierung passiert sein, wäre dies ein handfester Skandal“, sagte Gebhardt. Sebastian Striegel von den Grünen sagte, Schellenbergers Auftreten sorge in seiner Fraktion für Kopfschütteln und Befremden. „Wir erwarten von einem Landtagspräsidenten die Achtung der verfassungsrechtlichen Kompetenzverteilung sowie maximale Transparenz zu seinen Reisen, deren Zweck und Inhalt.“
Staatskanzlei bestätigt Überlegungen zur Anwerbung von Arbeitskräften
Die Staatskanzlei bestätigte, an sie seien „Überlegungen“ zur Anwerbung von Arbeitskräften herangetragen worden. „Etwaige Realisierungsmöglichkeiten“ würden nun geprüft, sagte Vize-Regierungssprecherin Ute Albersmann der MZ. „Dafür werden die zuständigen Stellen auf Landes- und Bundesebene in der gebotenen Weise einbezogen.“
Die Opposition im Landtag fordert nun Aufklärung über die Hintergründe des Geheim-Deals und die Rolle von Landtagspräsident Schellenberger.