Not macht erfinderisch
Die ukrainischen Soldaten haben kürzlich gezeigt, wie sie einen ferngesteuerten Geschützturm kontrollieren. Dabei spielt eine Spielekonsole eine wichtige Rolle. Um das Leben der Soldaten an der Front zu schützen, werden ferngesteuerte Waffen zur Bewachung von Gebäuden, Durchgängen oder bestimmten Bereichen eingesetzt. Die Ukraine setzt bei der Verteidigung gegen Russland auf zahlreiche Systeme, die von Soldaten aus der Ferne kontrolliert und bedient werden.
Die „Shablia“
Ein Beispiel dafür ist die Lafette namens „Shablia“ (zu deutsch: Säbel), welche kürzlich der Öffentlichkeit präsentiert wurde. „Shablia“ ist ein Gestell, auf dem ein Maschinengewehr, vermutlich MG PK, installiert ist. Die Bedienung erfolgt über eine Fernsteuerung aus bis zu 500 Metern Entfernung, um Soldaten nicht unnötig zu gefährden. Es sei auch möglich, Panzerabwehrwaffen darauf zu installieren.
Die Steuerung
Die Streitkräfte zeigen bei der Wahl der Fernbedienung ihre kreative Seite. Sie nutzen eine Handheld-Spielekonsole der amerikanischen Firma Valve, genannt Steam Deck. Die Software-Architektur der Valve-Konsole ist offen für alternative Betriebssysteme und Software, was sie für findige Programmierer zu einem vielseitigen Stück Hardware macht. Erst das macht einen solchen Einsatz fernab der ursprünglichen Funktion erst möglich.
Finanzierung
Die aktuelle Form der „Shablia“ ist auf ein Gruppenfinanzierungsprojekt aus der Zeit der Krim-Annexion zurückzuführen. Damals sammelte das ukrainische „Peoples Project“ Geld für dessen Entwicklung und Instandhaltung.
US-Hersteller Valve
Was die neue Steuerung betrifft, hat sich der US-Hersteller Valve bisher nicht zu Wort gemeldet. Eigentlich gelten die USA (und dort ansässige Unternehmen) als Verbündete der Ukraine. Doch der Einsatz für die Steuerung von Waffen war auch schon in anderen Fällen ein Problem – erst im Februar schränkte das Raumfahrtunternehmen SpaceX den Internetdienst Starlink für Drohnen ein, die für Angriffe an der Front eingesetzt werden.