Im Prozess gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump wegen Vergewaltigungsvorwürfen der US-Autorin E. Jean Carroll wurde eine Videoaussage eingespielt, in der Trump seine umstrittene Aussage über Frauen verteidigte. Die Aussage „You can grab ’em by the pussy“ wurde in dem Video thematisiert und Trump rechtfertigte sich damit, dass dies bei Stars historisch gesehen oft der Fall sei.
Videoaussage im Prozess
Im Bundesgericht in Manhattan wurde den Geschworenen eine Video-Aussage von Donald Trump vorgespielt, die bereits im Oktober 2021 aufgezeichnet wurde. In dem Video wurde Trump von Carrolls Anwältin zu dem „Access Hollywood“-Tape aus dem Jahr 2005 befragt, in dem er bei unwissentlich eingeschaltetem Mikrofon seine frauenverachtende Aussage tätigte. Trump verteidigte sich in dem Video damit, dass dies bei Stars historisch gesehen oft der Fall sei und dass er sich selbst als Star betrachte.
Rechtfertigung für frauenverachtende Aussage
Trump hatte im Wahlkampf 2016 für seine Aussage „You can grab ’em by the pussy“ viel Kritik einstecken müssen, auch aus den eigenen Reihen. Er hatte sich damals öffentlich für seine Aussage entschuldigt und sie als Fehler bezeichnet. Im aktuellen Prozess verteidigte er jedoch seine Aussage damit, dass dies bei Stars historisch gesehen oft der Fall sei und dass er sich selbst als Star betrachte.
Vorwürfe der Vergewaltigung und Verleumdung
Die US-Autorin E. Jean Carroll beschuldigt Trump, sie Mitte der 90er-Jahre in einer Umkleidekabine des Luxuskaufhauses Bergdorf Goodman in Manhattan vergewaltigt zu haben. Außerdem habe er ihrem Ruf und ihrer Karriere geschadet, indem er die Tat Jahre später während seiner Amtszeit bestritt und die Autorin als Lügnerin bezeichnete. Der Zivilprozess gegen Trump wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und Verleumdung auf Schmerzensgeld in nicht genannter Höhe läuft noch.
Verjährung der Vorwürfe
Strafrechtlich sind Carrolls Vorwürfe gegen Trump verjährt, zivilrechtlich jedoch nicht. Ein von der Autorin beauftragter Experte für soziale Medien und Marketing sagte den Geschworenen am Donnerstag, dass die Kosten für die Behebung des Reputationsschadens durch Trumps Äußerungen zwischen 368.000 und 2,8 Millionen US-Dollar liegen könnten.