Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte Deutschland und wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Olaf Scholz empfangen. Selenskyj bedankte sich bei Deutschland für die Unterstützung im Abwehrkampf gegen den Angriffskrieg Russlands. Er lobte Deutschland als „wahren Freund und verlässlichen Verbündeten“ und betonte, dass Deutschland entschieden an der Seite des ukrainischen Volkes steht. Selenskyj dankte persönlich Steinmeier für dessen Unterstützung und dem deutschen Volk für dessen „fantastische Solidarität“.
Eintrag ins Gästebuch und Unterredung mit Steinmeier
Beim Empfang im Schloss Bellevue schrieb Selenskyj in das Gästebuch und dankte Steinmeier für dessen Unterstützung und Gastfreundschaft. Anschließend zogen sich beide zu einer Unterredung zurück, bei der je vier Berater auf beiden Seiten anwesend waren.
Verhältnis zwischen Steinmeier und Selenskyj zunächst nicht einfach
Das Verhältnis zwischen Steinmeier und Selenskyj war zunächst nicht einfach. Ein Besuch des deutschen Staatsoberhaupts in der Ukraine hatte erst Ende Oktober im dritten Anlauf geklappt. Im April 2022 hatte Steinmeier eine gemeinsame Reise mit den Staatspräsidenten aus Polen, Lettland, Litauen und Estland in letzter Minute absagen müssen. Kiew hatte Steinmeier damals signalisiert, dass er nicht willkommen sei. Dem früheren SPD-Außenminister Steinmeier wurde in der Ukraine seine russlandfreundliche Politik angekreidet. Er habe osteuropäische Warnungen vor einer Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energielieferungen überhört. Die Ausladung wurde in Berlin als Affront gewertet. Erst ein Telefongespräch der Präsidenten Anfang Mai 2022 entspannte die Lage wieder.
Empfang durch Scholz mit militärischen Ehren und Karlspreisverleihung
Im Anschluss an das Treffen mit Steinmeier wurde Selenskyj von Kanzler Scholz mit militärischen Ehren im Kanzleramt empfangen. Am Sonntagnachmittag soll Selenskyj und das ukrainische Volk in Aachen mit dem Karlspreis für Verdienste um die Einheit Europas geehrt werden. Scholz wird die Laudatio halten.
