Tiroler Transit-Gegner warnen vor digitalem Managementsystem

Aktivisten, die sich gegen den Transitverkehr auf der Brennerroute einsetzen, warnen vor einem geplanten digitalen Managementsystem für den Güterverkehr. Die Vergabe von Zeitfenstern für Lastwagen, die von Bayern, Tirol und Südtirol geplant ist, wird von Fritz Gurgiser vom Transitforum Austria-Tirol als „brandgefährlicher Anschlag“ auf bisherige Entlastungsmaßnahmen bezeichnet. Das Ziel des Slot-Systems sei der „gewünschte Lkw-Fließverkehr“ bei Tag und Nacht, so Gurgiser.

Entzerrung des Verkehrs über den Brenner

Die Landeschefs von Bayern, Tirol und Südtirol haben im April eine Absichtserklärung zu dem neuen System unterzeichnet, um den Verkehr über den Brenner zu steuern und zu entzerren. Durch die Vermeidung von Staus sollen die Gesundheit der Anwohner und die Natur geschützt werden. Laut dem Land Tirol hat sich der Lkw-Verkehr über die Brennerroute zwischen 2000 und 2022 von 1,1 Millionen auf 2,5 Millionen Lkw pro Jahr mehr als verdoppelt.

Kritik am Slot-System

Aus Sicht Gurgisers droht durch die Entzerrung jedoch gleichbleibender oder mehr Verkehr mit entsprechender Lärmbelastung. Das Slot-System funktioniere nämlich nur, wenn die Strecke durchgehend befahren werde, sagte er. Der Chef des Transitforums kritisierte außerdem, dass die Mautgebühr zu niedrig bleibe und die Eisenbahnroute zu wenig genutzt würde.

Insgesamt befürchten die Transit-Gegner, dass durch das digitale Managementsystem und die Vergabe von Zeitfenstern für Lastwagen noch mehr Lkw auf der ohnehin schon überlasteten Brennerroute unterwegs sein werden.

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