Am 9. Mai fand in Moskau die traditionelle Militärparade zum 78. Jahrestags des Siegs über Nazi-Deutschland statt. Allerdings wurde die Veranstaltung vom Ukraine-Krieg überschattet. Russlands Präsident Wladimir Putin sieht sein Land als Opfer und sprach erstmals von Krieg.
Putin sieht Russland als Opfer
Putin stellte Russland im aktuellen Krieg gegen die Ukraine als angebliches Opfer dar. „Gegen unser Vaterland wurde ein echter Krieg entfesselt“, sagte er am Dienstag vor Tausenden Soldaten auf dem Roten Platz in Moskau. Er bezog sich damit auf die Kämpfe gegen die Ukraine, die er vor mehr als einem Jahr selbst angeordnet hatte.
Russland rechtfertigt Angriffskrieg gegen die Ukraine
Russland hat am 24. Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen und rechtfertigt diesen immer wieder mit der nicht belegten Behauptung, der Westen habe Russland bedroht. Auch mehr als ein Jahr nach Kriegsbeginn war in Moskau bis zuletzt in der Regel nur von einer „militärischen Spezial-Operation“ die Rede gewesen.
Militärparade in Moskau
Offiziellen Angaben zufolge sind auf dem Roten Platz rund 8000 Soldaten aufmarschiert – darunter offenbar auch Männer, die in den vergangenen Monaten in der Ukraine gekämpft haben. Anders als ursprünglich angekündigt waren außerdem doch einige ausländische Staats- und Regierungschefs auf der Ehrentribüne zu Gast – nämlich aus den Ex-Sowjetrepubliken Belarus, Kasachstan, Tadschikistan, Turkmenistan, Kirgistan, Usbekistan und Armenien.
Drohnen-Vorfall am Kreml
In den vergangenen Tagen wurde immer wieder spekuliert, ob die Parade tatsächlich stattfindet oder eventuell doch aus Sicherheitsgründen abgesagt wird. In der Nacht zum vergangenen Mittwoch waren nämlich zwei Drohnen bis zum Kreml-Gelände vorgedrungen. Über der Kuppel des Senatspalasts konnten sie von der Luftabwehr zum Absturz gebracht werden. Moskau macht Kiew für den angeblichen Anschlagsversuch auf Putin verantwortlich. Die Ukraine weist das zurück und spricht von einer russischen Inszenierung.
