Bei sintflutartigen Regenfällen kam es in Norditalien zu Überschwemmungen, bei denen mindestens acht Menschen ums Leben kamen. Die Behörden berichten, dass mehrere weitere Personen noch vermisst werden. Tausende Einwohner der betroffenen Gebiete in der Region Emilia-Romagna wurden evakuiert.
Evakuierungen und Stromausfälle
Die Behörden haben trotz der Evakuierungen noch keine Entwarnung gegeben. Das für Sonntag geplante Formel-1-Rennen in Imola wurde abgesagt. Irene Priolo, Vize-Präsidentin der Region, sagte, dass „mehr als 10.000 Menschen“ evakuiert wurden. Laut der Zivilschutzbehörde waren am Mittwoch 50.000 Einwohner der Katastrophenregion ohne Strom.
Überflutungen und Erdrutsche
In der Region traten zwischen Dienstag und Mittwoch 21 Flüsse über die Ufer, 36 Städte und Gemeinden waren überflutet und 48 Lokalverwaltungen meldeten Erdrutsche. Viele Einwohner mussten sich in höhere Stockwerke oder auf das Dach ihrer Häuser retten. Einige Bewohner der Stadt Cesena konnten nur schwimmend ein dreijähriges Kind aus einer überfluteten Straße retten.
Rettungsmaßnahmen und Warnungen
Bürgermeister Enzo Lattuca rief alle Einwohner auf, „unter keinen Umständen in Untergeschosse oder Keller“ zu gehen und sich nach Möglichkeit auch nicht im Erdgeschoss aufzuhalten. Rettungskräfte arbeiteten die gesamte Nacht durch, um Menschen in Sicherheit zu bringen. Manche Kinder und ältere Menschen trugen sie auf ihrem Rücken, andere wurden in Schlauchbooten oder per Hubschrauber gerettet. In der besonders betroffenen Stadt Forli flohen viele Einwohner barfuß und in Panik in der nächtlichen Dunkelheit vor den Wassermassen.
Reaktionen der Politiker
Bürgermeister Gian Luca Zattini beschrieb die Lage als „Ende der Welt“. Regionalpräsident Stefano Bonaccini sagte, die Emilia-Romagna sei „wie von einem Erdbeben“ getroffen worden. Der Bürgermeister der Großstadt Bologna, Matteo Lepore, ermahnte die Einwohner zu „größter Vorsicht“. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sicherte den von den Überschwemmungen Betroffenen die Unterstützung ihrer Regierung zu.
Zivilschutzminister Musumeci mahnte ebenfalls, die Lage bleibe gefährlich. Cesenaticos Bürgermeister Matteo Gozzoli warnte, dass die Lage „kritisch“ bleibe.
Das für Sonntag geplante Formel-1-Rennen in Imola wurde aufgrund der Überschwemmungen abgesagt. Der Pegel des an die Rennstrecke grenzenden Flusses Santerno war gefährlich angestiegen, weshalb die Veranstaltung nicht stattfinden konnte.
