Der neue Verbreitungsatlas der Großschmetterlinge in Mecklenburg-Vorpommern zeigt, dass viele Schmetterlingsbestände zurückgehen und zahlreiche Gruppen, die früher weit verbreitet waren, heute nur noch in kleinen verinselten Restpopulationen nachgewiesen werden können. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Mecklenburg-Vorpommern hat für den zweiten Verbreitungsatlas der Großschmetterlinge in MV 112.000 Datensätze aus Museen in MV, Datenbanken, Sammlungen und Publikationen ausgewertet.
Restbestände in östlichen und westlichen Sanderregionen
Die Restbestände vieler Schmetterlingsarten sind überwiegend in den östlichen und westlichen Sanderregionen des Landes zu finden. Diese kleinen Restpopulationen sind besonders anfällig gegen Störungen und könnten daher leicht verschwinden. Besonders wertvoll sei in diesem Zusammenhang auch die Küstenregion mit ihren speziellen, auf diesen Landschaftsraum angepassten Arten.
Einfluss von Landschaftsverbrauch und Klimawandel
Der Einfluss von Landschaftsverbrauch und Landnutzung werde ebenso deutlich wie Veränderungen, die dem Klimawandel zuzuschreiben seien. So zeige der neue Verbreitungsatlas, dass sich einige wärmeliebende Schmetterlingsarten immer weiter nach Norden ausbreiteten. Zudem hat über die Jahrzehnte eine Verschiebung des Auftretens vieler Arten von Osten nach Westen stattgefunden.
Eulenartige Falter im Fokus
Der neue Verbreitungsatlas widmet sich schwerpunktmäßig den eulenartigen Faltern, die zu den Nachtfaltern gehören und als die größte Überfamilie der Schmetterlinge gelten. Das Buch präsentiert insgesamt 368 Arten und drei Artkomplexe aus 27 Unterfamilien. Anhand von Steckbriefen werden die Falter samt ihrer Ökologie und Verbreitung vorgestellt. Eine kartographische Auswertung der Verbreitung über vier verschiedene Zeitebenen rundet den Atlas ab.
