Im Nordosten Deutschlands blühen derzeit viele Felder strahlend gelb. Doch auf der Insel Poel in Malchow stecken auf vielen Raps-Pflanzen Plastiktüten. Dies ist ein wichtiger Schritt für den Zuchterfolg neuer Sorten, die weltweit Abnehmer finden.
Rapszucht auf der Insel Poel
Auf der Insel Poel werden neue Rapssorten gezüchtet. Die Rapsblüte bedeutet für die Mitarbeiter der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG in diesen Tagen besonders viel Arbeit. Sie stülpen Plastiktüten über die Blüten, um so eine Bestäubung mit fremden Pollen durch Insekten zu verhindern.
Wichtigkeit der Selbstbefruchtung
Für die Zuchtlinien ist es wichtig, dass sich der Raps selbst befruchtet. Zu Blühbeginn würden deshalb an ausgewählten Pflanzen alle offenen Blüten entfernt, Tüten über die Pflanzen gestülpt und verschlossen. Denn Raps ist zu einem Drittel Fremdbefruchter – und diese Fremdbefruchtung soll für eine klare Zuchtlinie verhindert werden.
Züchtungsprozess und Anforderungen an den Raps
Die Züchtung neuer Sorten ist ein langwieriger Prozess. Von der Kreuzung bis zur zugelassenen Sorte vergehen zehn bis zwölf Jahre. Die Anforderungen an den Raps ändern sich, etwa um dem Klimawandel zu begegnen. Aber auch Auflagen bei der Düngung oder Verbote von Pflanzenschutzmitteln erfordern immer wieder angepasste Sorten.
Geschichte und Standorte der Norddeutschen Pflanzenzucht KG
In Malchow auf Poel lag vor mehr als 100 Jahren der Ursprung der Norddeutschen Pflanzenzucht KG, die Raps- und anderes Saatgut weltweit vermarktet. Hauptsitz ist heute infolge der deutschen Teilung nach 1945 Hohenlieth bei Eckernförde (Schleswig-Holstein). Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 280 Mitarbeiter. Auf Poel bewirtschaftet die Firma 425 Hektar Ackerfläche für die Züchtung neuer Sorten. Fast 80 Mitarbeiter sind an dem Standort tätig.
