In Madagaskar verkaufen verzweifelte Eltern ihre Kinder auf dem Wochenmarkt, um ihre Familien vor dem Hungertod zu bewahren. Die SOS-Kinderdörfer berichteten, dass die Kinder in Ikongo und einem weiteren Bezirk wohlhabenden Kunden als Arbeitskräfte angeboten werden. Die Region wurde im letzten Jahr von Tropenstürmen heimgesucht, die Ernten zerstörten und die Infrastruktur zerstörten. In diesem Jahr haben bereits mehrere Wirbelstürme zu Verwüstung, Not und Obdachlosigkeit in weiten Teilen Madagaskars geführt. Die Verzweiflung und Angst ums Überleben haben zahlreiche Menschen im ganzen Land erfasst.
Hilfe für Madagaskar
Mehr als 13 Millionen Kinder leben unterhalb der Armutsgrenze, 42 Prozent der Kinder sind aufgrund von Mangelernährung unterentwickelt, mehr als die Hälfte der Kinder hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Unsicherheit und Not bringen Kinder immer wieder in große Gefahr und führen dazu, dass sie ihrer Rechte beraubt werden. Die SOS-Kinderdörfer in Madagaskar unterstützen Kinder, Familien und Gemeinden seit Jahrzehnten. In akuter Not werden Kinder und Familien mit dem Nötigsten unterstützt. Langfristige Programme zielen darauf ab, die Menschen dauerhaft zu stabilisieren.
Notwendigkeit umfassender Unterstützung
Um den Abwärtstrend zu stoppen, braucht Madagaskar umfangreiche Unterstützung. Hunger und Not müssen eingedämmt werden. Dann braucht es Lösungen, die zu einer strukturellen Verbesserung führen: eine nachhaltige Infrastruktur, die auch den Stürmen standhält, Grundversorgung für alle. Und es braucht dringend Aufklärung, damit Kinderrechte gewahrt werden. Die humanitäre Hilfe, die geleistet wird, reicht bei weitem nicht aus. Jean-Francois Lepetit, Leiter der Hilfsorganisation in Madagaskar, sagt: „Die Lage wird immer schlimmer, aber von der Welt wird Madagaskar vergessen!“
Hintergrund
Klimawandel, Folgen der Pandemie, Krieg in der Ukraine, Aufstände im Iran, Erdbeben in Syrien und der Türkei – nie zuvor wuchsen Kinder in einer Zeit auf, in der sich so viele schwerwiegende Krisen überlagerten. Die mediale Berichterstattung lenkt dabei den Fokus der Öffentlichkeit vor allem auf Katastrophen.
