Die US-Regierung unterstützt weiterhin den Verkauf von F-16-Kampfjets an die Türkei. Dies betonte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre. Es handele sich dabei jedoch nicht um eine Gegenleistung für eine Zustimmung Ankaras zum Nato-Beitritt Schwedens.

Kein Quid pro quo

Das Weiße Haus weist die Vermutung zurück, dass es sich bei der Lieferung der Kampfjets um ein Quid pro quo in Sachen Nato-Norderweiterung handelt. Jean-Pierre betonte, dass dies keine Bedingung sei. US-Präsident Joe Biden habe bereits mehrfach seine Unterstützung für den Verkauf der Kampfjets an die Türkei zum Ausdruck gebracht.

Zusammenarbeit in der Nato vereinfachen

Laut Jean-Pierre soll der Verkauf der Kampfjets an die Türkei die Zusammenarbeit in dem Verteidigungsbündnis vereinfachen. Biden habe nach der Wiederwahl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit diesem gesprochen und dabei auch „seinen starken Wunsch“ geäußert, dass die Türkei den Antrag Schwedens auf Beitritt zur Nato so schnell wie möglich genehmige.

Keine Gegenleistung für Erdogans Unterstützung

Die US-Regierung hat in der Vergangenheit betont, dass die von Erdogan angestrebte Modernisierung der Flotte an F-16-Kampfjets unterstützt werde. Biden habe dabei aber immer wieder betont, dass es sich dabei nicht um eine Gegenleistung für Erdogans Unterstützung der Nato-Norderweiterung handele.

Verkauf von US-Kampfflugzeugen an die Türkei umstritten

Der Verkauf von US-Kampfflugzeugen an die Türkei ist seit langem umstritten. Eigentlich war das Nato-Land Teil eines Programms zur Entwicklung des US-Kampfjets F-35 und sollte diesen auch beziehen. Nachdem die Regierung in Ankara 2017 aber das russische Raketenabwehrsystem S-400 erworben hatte, schloss die US-Regierung die Türkei aus dem Programm aus. In Washington wurde befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des S-400-Waffensystems an Daten über die Tarnkappenfähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte.

Am Montagabend hatte Biden den Eindruck erweckt, dass der Verkauf der Kampfjets an die Türkei mit der Zustimmung Ankaras zum Nato-Beitritt Schwedens zusammenhänge.

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