Hintergrund
Vor einem Monat sorgte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer mit einem Judenstern-Vergleich und dem „N-Wort“ für einen Eklat. Er trat daraufhin bei den Grünen aus und kündigte an, eine Auszeit nehmen zu wollen. Nun zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, dass nur neun Prozent der Bundesbürger die einmonatige Auszeit von Palmer für die richtige Reaktion auf den Skandal halten.
Ergebnisse der Umfrage
Knapp ein Drittel der Befragten hätte dagegen einen endgültigen Rückzug Palmers aus der Politik für die richtige Entscheidung gehalten. Ein Fünftel der Befragten fände es richtig, wenn Palmer seine Ämter ohne Unterbrechung fortführen würde. Dagegen sprachen sich knapp zehn Prozent der Befragten für eine längere Auszeit aus. 26 Prozent gaben an, den jüngsten Eklat gar nicht zu kennen.
Der Skandal
Ende April hatte Palmer am Rande einer Migrationskonferenz in Frankfurt am Main eine verbale Auseinandersetzung mit einer Protestgruppe über seine Verwendung des „N-Wortes“. Die Protestierenden konfrontierten ihn mit „Nazis raus“-Rufen. Daraufhin sagte Palmer: „Das ist nichts anderes als der Judenstern. Und zwar, weil ich ein Wort benutzt habe, an dem ihr alles andere festmacht. Wenn man ein falsches Wort sagt, ist man für euch ein Nazi.“ Mit dem „N-Wort“ wird heute eine früher in Deutschland gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Auch Weggefährten hatten Palmer wegen seiner Wortwahl scharf kritisiert.
Fazit
Die Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Befragten keine Zustimmung für Boris Palmers Auszeit im Juni hat. Viele halten einen endgültigen Rückzug aus der Politik für die richtige Entscheidung. Der Skandal um seine Wortwahl hat für viel Aufsehen gesorgt und zeigt, dass rassistische Äußerungen in der Politik nicht toleriert werden.
