Die Saison für die Jagd auf Ostseekrabben hat begonnen und Fischer Maik Never hat bereits die ersten Fangkörbe im Salzhaff geleert. Im Vergleich zu Nordseekrabben sind Ostseekrabben weniger bekannt und werden auch in geringerem Umfang gefischt. Die Saison hat in der Wismarbucht und im Salzhaff begonnen und nur eine Handvoll Fischer stellt den Ostseekrabben nach – und das nur für wenige Wochen im Jahr.
Geringe Menge im Vergleich zur Nordsee
Die Nordsee-Krabbenfischer holen jährlich rund 8000 Tonnen aus dem Meer. Philipp Oberdörfer, Fischereiberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, sagt, dass es in der Ostsee nur ein Bruchteil dieser Menge ist.
Fischer Maik Never
Maik Never ist einer der Krabbenfischer am Salzhaff und einer von nur vier Berufsfischern in Rerik. Drei von ihnen gingen auf Krabben, erzählt er. Mitte oder Ende Mai gehe die Saison los und dauere bis in den Juli. Das sei die Zeit, in der sich die Krabben sammeln und von den flachen Ufergewässern zum Ablaichen in die tiefere Ostsee zögen. Dabei würden sie in Körben gefangen. Mehr als ein paar Tonnen Ostseekrabben werden pro Jahr nicht gefangen, schätzt Never. Er selbst hole 500 bis 1000 Kilogramm pro Saison aus dem Wasser.
Kunden müssen selber pulen
Gleich nach dem Fang koche er die Krabben – dabei werden sie schön rosa – und verkaufe sie. Pulen müssten die Kunden dann selber. „Das ist aber gerade für die Touristen ein Abenteuer“, sagt er. Manche Kunden kauften auch direkt nach dem Fang bei ihm und kochten die Krabben selbst zu Hause. Eine Fangbeschränkung für Ostseekrabben gebe es nicht, sagt Fischer Never. Außerhalb der Saison fange er Scholle und Flunder, Hornfisch und auch ein bisschen Steinbutt. Im Sommer komme Aal dazu. Er könne von der Fischerei leben, die er mit Tourismus, wie Zimmervermietung auf dem Fischereihof und Ausflugsfahrten, kombiniere.
